DWS Aktie: Rekordzuflüsse, schwächerer Gewinn
DWS sammelte viel Anlegerkapital ein; nach neun Monaten lag der Gewinn je Aktie bereits über dem Wachstumsziel für 2026.

Kurz zusammengefasst
- Nettozuflüsse im Quartal: 30,9 Milliarden Euro
- Verwaltetes Vermögen erreicht 1.221 Milliarden Euro
- Neunmonatsgewinn je Aktie steigt um 16 Prozent
- Peakside-Übernahme vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen
DWS hat im dritten Quartal so viel Anlegergeld eingesammelt wie nie zuvor. Die Ergebnisse blieben allerdings hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Die Deutsche-Bank-Tochter legt damit ein Quartal vor, das stärker nach Wachstum als nach Profitabilität aussieht.
Zuflüsse auf Rekordniveau
Inklusive Cash-Produkten und Advisory Services flossen im Sommer netto 30,9 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten summieren sich die Zuflüsse auf 66,7 Milliarden Euro, mehr als in jedem Gesamtjahr seit dem Börsengang. Das gesamte verwaltete Vermögen erreicht mit 1.221 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.
Haupttreiber war das passive Geschäft. Die Xtrackers-Produkte brachten dem Bereich Passive Rekordzuflüsse von 15,8 Milliarden Euro, unterstützt durch institutionelle Mandate. Das aktive Geschäft trug dagegen kaum etwas bei: Active Equity und Active Fixed Income verzeichneten Abflüsse, die Zuflüsse in Active SQI und Multi Asset glichen sie nur knapp aus.
Gewinn wächst langsamer
Die Erträge stiegen im Jahresvergleich um vier Prozent auf 784 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn legte um zwei Prozent auf 325 Millionen Euro zu, der Überschuss um fünf Prozent auf 230 Millionen Euro.
Die Kosten waren im Quartal zwar niedriger als im Vorquartal, im Jahresvergleich fraß der Aufwand aber einen größeren Teil der Erträge. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis stieg von 57,7 auf 58,6 Prozent.
Das Management hatte angekündigt, dass erfolgsabhängige Erträge vor allem im ersten und vierten Quartal anfallen. Die Performancegebühren blieben im dritten Quartal entsprechend unter dem Vorjahreswert.
Ziele für 2026 im Blick
Über die ersten neun Monate sieht das Bild besser aus. Der Vorsteuergewinn stieg um 11 Prozent auf gut eine Milliarde Euro, das Konzernergebnis um 16 Prozent auf 731 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie legte ebenfalls um 16 Prozent zu und liegt damit über dem Jahresziel von 10 bis 15 Prozent Wachstum.
Bei den Kosten ist DWS noch nicht am Ziel. Die Quote soll 2026 zwischen 55 und 57 Prozent liegen, in den neun Monaten waren es 57,7 Prozent. Vorstandschef Stefan Hoops sieht sich dennoch auf Kurs und bestätigt die Prognose unter der Annahme eines unterstützenden Marktumfelds.
Strategisch tut sich einiges. Anfang November führt DWS die globale Dachmarke Deutsche Asset Management ein, die Umstellung läuft bis März 2027. Zudem hat DWS verbindliche Vereinbarungen zur Übernahme des Immobilien-Asset-Managers Peakside Capital Advisors unterzeichnet, der mehr als 1,7 Milliarden Euro verwaltet.
Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird bis Jahresende 2026 erwartet. Heute um 10 Uhr erläutern Hoops und Finanzchef Markus Kobler die Zahlen im Analysten-Call.
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