E.ON Aktie: Analysten widersprechen dem Kursrutsch

Trotz Regulierungssorgen und Kursverlusten bestätigen JPMorgan und Jefferies ihre Kaufempfehlungen für E.ON. Operativ überzeugt der Konzern mit starken Halbjahreszahlen.

Andreas Sommer ·
E.ON Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Analysten bleiben bei Kaufempfehlung
  • Halbjahreszahlen übertreffen Erwartungen
  • Regulierungsentwurf drückt Aktienkurs
  • Kursziele deutlich über aktuellem Niveau

Die E.ON-Aktie ist unter Druck – doch operativ läuft es besser, als der Kurs zeigt. Zwei Belastungsfaktoren trafen die Papiere zuletzt fast gleichzeitig: ein enttäuschender Regulierungsentwurf und eine verhaltene Reaktion auf eigentlich solide Halbjahreszahlen. Analysten sehen darin trotzdem eine Kaufgelegenheit.

Vom Zwölfmonatshoch bei 20,39 Euro im März ging es für die Aktie bis auf 17,60 Euro im Juli nach unten. Nach einer Erholung auf knapp 19,74 Euro folgte am vergangenen Freitag der nächste Rückschlag: Die Bundesnetzagentur veröffentlichte einen Festlegungsentwurf zur Gasmarktregulierung, der eine niedrigere Eigenkapitalrendite vorschlägt als vom Markt erwartet. Der Kurs rutschte auf aktuell rund 17,50 Euro ab.

Regulierung belastet, Zahlen überzeugen

JPMorgan-Analyst Pavan Mahbubani bestätigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 21,70 Euro. Er argumentiert, mehrere Punkte des Entwurfs seien gar nicht auf den Stromsektor übertragbar oder benötigten dort Nachbesserungen – die Kursreaktion hält er für übertrieben.

Jefferies-Analyst Ahmed Farman bekräftigte „Buy“ bei einem Kursziel von 22,70 Euro und sieht die absehbar niedrigere Eigenkapitalrendite im Stromsegment als Belastung, die das Unternehmen aber verkrafte.

Die Skepsis der Börse überrascht auch angesichts der Geschäftszahlen vom vergangenen Mittwoch. Das bereinigte EBITDA stieg im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss um fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro – beides über dem Analystenkonsens. Der operative Cashflow legte sogar um 21 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu.

Getragen wurde das Wachstum vor allem von kleineren Netzregionen: Schweden verbesserte sich dank Tarifanpassungen um 14 Prozent, Südosteuropa dank wachsender Vermögensbasis und höherer regulatorischer Verzinsung in Ungarn um 31 Prozent. Trotz dieser Zahlen verlor die Aktie seit der Vorlage zeitweise 3,5 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Regulierungssorgen im Stromgeschäft schwerer wiegen als die operative Stärke im Rest des Konzerns.

Was der Markt jetzt einpreist

Mit Kurszielen zwischen 21,70 und 22,70 Euro sehen beide Analystenhäuser deutliches Aufholpotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. Ob sich diese Einschätzung durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die endgültige Festlegung der Bundesnetzagentur für die fünfte Gas-Regulierungsperiode zwischen 2028 und 2032 ausfällt. Bis dahin bleibt die Differenz zwischen operativer Entwicklung und Kursverlauf die auffälligste Eigenschaft der E.ON-Aktie.

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KGV 13,58
KUV 0,56
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite 3,10 %
Marktkapitalisierung 45,78 Mrd. EUR
Ø Kursziel 20,26 EUR
ISIN: DE000ENAG999 WKN: ENAG99

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