easyJet Aktie: 6,90 Pfund je Aktie
Der britische Billigflieger easyJet stimmt nach zähen Verhandlungen der Übernahme durch die US-Investmentfirma Castlelake zu. Der Aktienkurs steigt deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Castlelake bietet 6,90 Pfund je Aktie
- Vorstand stimmt fünftem Angebot zu
- Aktie springt auf neues Jahreshoch
- EU-Eigentumsregeln bleiben Herausforderung
Der britische Billigflieger easyJet steht vor der Übernahme durch die US-Investmentfirma Castlelake. Ein fünftes Angebot von 6,90 Pfund je Aktie in bar hat den Widerstand des Vorstands gebrochen. Das gesamte Eigenkapital wird mit rund 5,2 Milliarden Pfund bewertet, der Transaktionswert liegt bei etwa 5,5 Milliarden.
Vier vorherige Angebote hatte der Vorstand noch als „höchst opportunistisch“ abgewiesen. Man argumentierte, sie spiegelten weder das langfristige Erholungspotenzial noch den Wert der strategischen Start- und Landerechte an Drehkreuzen wie London Gatwick oder Genf wider.
Die Aktie reagiert mit einem Sprung
Die Aktie notiert am Montag bei 7,12 Euro, ein Plus von 9,58 Prozent. Im Tagesverlauf erreichte sie mit 7,64 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Der RSI liegt bei über 80 – der Wert gilt technisch als überkauft.
Der Vorstand erklärte, er sei „geneigt, das Angebot zu empfehlen“. Castlelake hat nun bis Anfang August Zeit, ein verbindliches Übernahmeangebot vorzulegen. Die britische Übernahmekommission gewährte eine Fristverlängerung.
Castlelake verwaltet 36 Milliarden Dollar an Vermögenswerten, der Schwerpunkt liegt auf Flugzeugleasing. Das Unternehmen will die Flottenmodernisierung und das Wachstum des easyJet-Holiday-Geschäfts finanzieren. Die Börsennotierung der seit 31 Jahren bestehenden Fluggesellschaft würde enden.
Das EU-Problem bleibt komplex
Ein Haken: Castlelake sitzt in Minneapolis. easyJet darf seine europäischen Betriebsgenehmigungen nur behalten, wenn die Eigentümer mehrheitlich aus der EU kommen.
Die Lösung: Castlelake hält maximal 49 Prozent. Die restlichen 51 Prozent kontrollieren EU-Bürger, darunter die erfahrenen Luftfahrtmanager Peter Bellew und Mark Breen.
Mit der Übernahme winkt Gründersohn Sir Stelios Haji-Ioannou eine hohe Auszahlung. Er hält mehr als 15 Prozent der Anteile. Der Vorstand rät den Aktionären vorerst, nichts zu unternehmen – die Due Diligence und die Endverhandlungen laufen noch.
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