easyJet Aktie: Castlelake bis 5. Juli zur Offerte
easyJet lehnt viertes Übernahmeangebot von Castlelake ab, gewährt aber Einblick in Geschäftszahlen. Die Aktie steigt deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Viertes Angebot von Castlelake abgelehnt
- Begrenzter Zugang zu Geschäftszahlen gewährt
- Neue Angebotsfrist bis zum 5. Juli
- Aktie steigt auf Jahreshöchststand
Der Billigflieger easyJet wehrt sich gegen eine Übernahme durch den US-Investor Castlelake. Das vierte Angebot hat der Vorstand abgelehnt. Doch ganz abgeschrieben hat man die Amerikaner nicht.
Stattdessen gibt es einen ungewöhnlichen Kompromiss. Castlelake bekommt begrenzten Zugang zu Geschäftszahlen. Und eine neue Frist, um ein besseres Angebot nachzulegen. Die Aktie reagierte positiv.
Das vierte Angebot – und wieder zu niedrig
Castlelake bot 6,50 Pfund je Aktie in bar. Alternativ hätten Aktionäre Anteile an einer Castlelake-Struktur wählen können. Der Vorstand lehnte ab. Die Begründung: „Das Angebot unterschätzt das Unternehmen und seine Perspektiven erheblich“. Zudem gab es Bedenken zur Umsetzbarkeit und zur geplanten Eigentümerstruktur.
Es war bereits der vierte Anlauf. 560, 600 und 625 Pence pro Aktie hatten die Amerikaner zuvor geboten – allesamt abgelehnt. Dieses Mal allerdings schaltet der Vorstand einen Gang zurück.
Überraschende Öffnung
Der Vorstand lässt Castlelake nun hinter die Kulissen blicken. Die Idee: „Das könnte zu einem attraktiveren Vorschlag führen, der den Wert von easyJet besser widerspiegelt“. Die Frist für ein verbindliches Angebot wurde verlängert. Statt bis zum 26. Juni haben die Amerikaner nun bis zum 5. Juli Zeit.
Castlelake hat sich zudem Verstärkung ins Boot geholt. Der US-Vermögensverwalter Brookfield Asset Management ist jetzt mit an Bord. Zusammen mit Branchenexperten Peter Bellew und Mark Breen. Die Struktur: Castlelake und Co-Investoren halten 49 Prozent, EU-Investoren 51 Prozent. Der Vorstand will „zufriedenstellende Zusagen“ zur Eigentümerstruktur.
Volle Konzentration auf den eigenen Plan
Das Management steht nicht unter Druck. Der Vorstand betont das Vertrauen in die eigene Strategie. easyJet habe eine „Bilanz mit Investment-Grade-Rating und eine Nettocash-Position“. Mittelfristig peilt die Airline einen Gewinn von über einer Milliarde Pfund an.
Die Aktie kletterte am Donnerstag um 7,6 Prozent auf 6,68 Euro und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt gerade einmal 0,3 Prozent. Der RSI liegt bei 85,6 – der Markt ist heiß gelaufen.
Bis zum 5. Juli muss Castlelake liefern. Entweder ein besseres Angebot oder der Rückzug. Der nächste Zug liegt bei den Amerikanern.
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