easyJet Aktie: Kurssprung nach Bieterwechsel
Apollo Global Management bietet 7,15 Pfund je easyJet-Aktie und sticht damit den bisherigen Favoriten Castlelake aus. Der Verwaltungsrat zieht seine Empfehlung zurück.

Kurz zusammengefasst
- Apollo bietet 7,15 Pfund pro Aktie
- Castlelakes Offerte wird zurückgezogen
- Aktie springt um 13,5 Prozent
- Bieterkampf erhöht Deal-Sicherheit
Ein Übernahmepoker, der schon entschieden schien, dreht sich noch einmal. Der Finanzinvestor Apollo Global Management hat den bisherigen Favoriten Castlelake mit einem höheren Gebot für easyJet ausgestochen — und der Verwaltungsrat des britischen Billigfliegers zieht seine Unterstützung für die alte Offerte zurück.
Apollo bietet mehr, easyJet zieht mit
Apollo will 7,15 Pfund je Aktie zahlen. Damit stehen insgesamt 5,7 Milliarden Pfund auf dem Tisch, umgerechnet rund 6,7 Milliarden Euro. Castlelake hatte zuletzt 6,90 Pfund je Papier geboten — genug, um das easyJet-Management nach langem Ringen zunächst zu überzeugen.
Die Gremien werten das Apollo-Gebot nun als überlegen und dürften es voraussichtlich auch offiziell empfehlen. Aktionäre sollen wählen können: Bargeld oder Anteile an dem Apollo-Fonds, in dem easyJet künftig gehalten werden soll.
Der Markt reagierte prompt. Die Aktie sprang nach Handelsbeginn in London um 13,5 Prozent auf 668 Pence. Seit Mitte Mai, als der Übernahmepoker begann, hat sich der Kurs damit fast verdoppelt.
Warum ein zweiter Bieter die Erfolgsaussichten erhöht
RBC-Analyst Ruairi Cullinane sieht in dem zweiten Bieter vor allem eines: mehr Sicherheit für den Deal selbst. Bislang habe der Markt bei nur einem Interessenten stets die Möglichkeit eines Scheiterns eingepreist. Mit Apollo als Konkurrent zu Castlelake steigt aus seiner Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme tatsächlich zustande kommt.
Einen offenen Bieterkampf hält Cullinane trotzdem für unwahrscheinlich. Castlelake hatte sein Gebot bereits mehrfach nachgebessert — ein weiteres Erhöhen erscheint wenig aussichtsreich, nachdem sich die Gremien nun klar auf die Seite von Apollo gestellt haben.
Nach britischem Übernahmerecht muss Apollo bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen. easyJet selbst betont, es gebe keine Garantie, dass die Transaktion am Ende tatsächlich zustande kommt. Bis zu diesem Datum bleibt der Ausgang des Bieterduells offen.
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