EHang Holdings Aktie: Gewinn überrascht, Umsatz enttäuscht

EHang überrascht mit bereinigtem Gewinn, verfehlt aber die Umsatzerwartungen deutlich. Die Jahresprognose wurde wegen ungewisser Regulierung in China zurückgezogen.

Andreas Sommer ·
Futuristisches Konzept eines autonomen Luftfahrzeugs in einer urbanen Umgebung bei Dämmerung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bereinigter Gewinn übertrifft Erwartungen
  • Umsatz bricht um 31 Prozent ein
  • Jahresprognose wegen Regulierung gestrichen
  • Internationale Expansion als Wachstumstreiber

EHang hat im zweiten Quartal 2026 auf bereinigter Basis überraschend schwarze Zahlen geschrieben — und trotzdem knickte der Umsatz deutlich unter den Erwartungen ein. Der Drohnen- und eVTOL-Hersteller strich zudem seine Jahresprognose komplett, weil die Genehmigungslage für den Personentransport in China ungewiss bleibt. Die Börse reagierte verhalten: Die Aktie gab vorbörslich rund 1,15 Prozent nach.

Gewinn schlägt Erwartung, Umsatz bricht ein

Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,38 Dollar, während Analysten einen Verlust von 0,72 Dollar je Aktie erwartet hatten. Der Umsatz verfehlte die Schätzung von rund 133 Millionen Dollar deutlich und kam bei 77,9 Millionen Dollar herein. Im Vergleich zum Vorquartal ist das ein Sprung von über 200 Prozent, gegenüber dem Vorjahresquartal aber ein Rückgang von 31,3 Prozent.

Die Bruttomarge blieb mit 61,2 Prozent stabil und lag nahe am Vorjahreswert. Das deutet darauf hin, dass EHang trotz stark schwankender Umsätze seine Produktökonomie im Griff hat. Ausgeliefert wurden im Quartal 35 EH216-S-Fluggeräte, ein VT-35 sowie 520 GD4-Drohnen, hinzu kamen 22 Flugshows.

Regulatorische Bremse in China

EHang zog seine bisherige Umsatzprognose für 2026 zurück, ohne einen neuen Zielwert zu nennen. Grund ist ein Unfall eines pilotierten Leichtflugzeugs Ende Juni, der chinesische Aufsichtsbehörden zu einer vorsichtigeren Haltung gegenüber der gesamten Branche bewogen hat — obwohl er mit EHangs unbemannten Fluggeräten nichts zu tun hatte. Die Genehmigung für den kommerziellen Personenbetrieb am Standort Hefei verzögert sich dadurch, ein konkreter Zeitpunkt ist derzeit nicht absehbar.

Das Management betonte, die eigene Technologie mit fest programmierten Routen und zentraler Flottensteuerung biete strukturelle Sicherheitsvorteile, von denen strengere Regulierung langfristig profitieren dürfte. Kurzfristig bleibt die Unsicherheit aber ein Belastungsfaktor für die Umsatzplanung.

Internationales Geschäft als Ausweichroute

Während der Heimatmarkt stockt, treibt EHang die Expansion im Ausland voran. In Thailand soll im dritten Quartal eine Erprobungsgenehmigung für Flüge folgen, ein formales Betriebszertifikat wird bis Jahresende angestrebt. In Hongkong laufen bereits Testflüge im Rahmen eines regulatorischen Sandkastenprogramms, Sri Lanka ist das erste Land, das dem sogenannten Global Fast Track Programm beigetreten ist.

Zusätzlich baut das Unternehmen sein Geschäft mit Drohnenshows aus — unter anderem über eine kürzlich bekannt gegebene Kooperation in Japan, bei der eine Tochtergesellschaft eine Formation von 4.000 Drohnen bei einem Feuerwerksfestival in Osaka steuerte. Solche nicht-passagierbezogenen Aktivitäten sollen laut Management in der zweiten Jahreshälfte stärker zum Umsatz beitragen, angetrieben von Formationsflügen, Logistik- und Feuerlöschprodukten.

Die liquiden Mittel lagen zum Stichtag 30. Juni bei umgerechnet rund 137 Millionen Dollar. Das gibt EHang finanziellen Spielraum, um die Durststrecke bei den China-Genehmigungen zu überbrücken — vorausgesetzt, die internationalen Projekte in Thailand und Hongkong liefern wie angekündigt in den kommenden Monaten erste greifbare Ergebnisse.

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EHang Holdings Aktie

4,69 USD

+ 0,13 USD +2,85 %
KGV
KUV 0,91
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 355,71 Mio. USD
Ø Kursziel 72,67 CNY
ISIN: US26853E1029 WKN: A2PWWB

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