Eigene Aktienrente aufbauen: BASF, Sanofi und Engie im Dividendencheck

BASF, Sanofi und Engie locken mit Dividendenrenditen über vier Prozent. Die drei EuroStoxx-Werte bieten unterschiedliche Anlageprofile für Einkommensanleger.

Dieter Jaworski ·
BASF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • BASF mit 4,6 Prozent Dividendenrendite
  • Sanofi bietet defensive Pharmastabilität
  • Engie profitiert von Energiewende
  • Dividenden als langfristiger Renditetreiber

Europäische Dividendentitel rücken in einem Umfeld aus geopolitischen Spannungen und erhöhter Volatilität wieder stärker ins Blickfeld von Einkommensanlegern. Kein Zufall: Im Jahr 2025 schütteten die Unternehmen im MSCI DM Europe Dividenden von knapp 500 Milliarden Dollar aus. Für 2026 wird ein Wachstum von rund 9 % erwartet. Drei EuroStoxx-Titel stechen mit Renditen von über vier Prozent hervor — und ergänzen sich als Chemie-, Pharma- und Energiewert zu einem breit aufgestellten Dividendentrio.

BASF: China-Milliardenprojekt als langfristige Wachstumswette

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 2,25 Euro je Aktie. Bei einem Kurs von aktuell 48,95 Euro entspricht das einer Rendite von rund 4,6 %. Im Zehn-Jahres-Schnitt lag die Ausschüttungsrendite bei knapp über 5 % — die aktuelle Bewertung signalisiert also Nachholpotenzial, sofern der laufende Umbau greift.

Das beherrschende Thema: Im März 2026 hat BASF die Verbundproduktion im chinesischen Zhanjiang offiziell in Betrieb genommen. Die Investition beläuft sich auf 8,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Markus Kamieth bezeichnete Zhanjiang als siebten globalen Verbundstandort — und den ersten neuen seit Nanjing im Jahr 2005.

Bis 2030 soll der Standort einen Umsatz von vier bis fünf Milliarden Euro erwirtschaften. Das entspräche rund 10 % des Kerngeschäfts. Kurzfristig belastet das Projekt allerdings noch: Anlaufkosten und einsetzende Abschreibungen drücken das bereinigte EBITDA in diesem Jahr voraussichtlich leicht ins Negative. Ab 2027 soll der Ergebnisbeitrag dann positiv ausfallen.

Parallel stützt ein Aktienrückkauf den Kurs. Bis Ende Juni 2026 kauft BASF eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Euro zurück — die erste Tranche eines größeren Programms. Die Aktie notiert dabei gut 11 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 9 %.

Für langfristig orientierte Dividendenanleger bietet BASF eine attraktive Kombination: eine solide Basisrendite gepaart mit Turnaround-Potenzial durch den strategischen Umbau. Das erfordert Geduld. Wer sie mitbringt, könnte perspektivisch von steigenden Gewinnen und wachsenden Ausschüttungen profitieren.

Sanofi: Defensive Qualität zum Discount-Preis

Beim französischen Pharmakonzern fällt die Dividende höher aus als bei vielen Wettbewerbern. Die letzte Ausschüttung betrug 4,12 Euro je Aktie im Mai 2026, nach 3,92 Euro im Vorjahr und 3,76 Euro im Jahr 2024. Ein stetiges, wenn auch moderates Wachstum.

Bei einem aktuellen Kurs von 74,03 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 5,6 %. Ein Wert, der im EuroStoxx-Pharmasegment seinesgleichen sucht. Getragen wird das Geschäft vor allem vom Immunologiepräparat Dupixent, dessen Umsatz im ersten Quartal 2026 erneut deutlich zugelegt hat.

Die Kehrseite: Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 11 % verloren. Sie notiert rund 18 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,35 liegt deutlich unter dem Niveau vieler Pharma-Peers — ein klarer Value-Charakter.

Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel Mitte Juni zwar von 100 auf 95 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ aber beibehalten. Im Analystenkonsens liegt das mittlere Kursziel bei 96,70 Euro — ein zweistelliger Abstand zum aktuellen Niveau. Die Nachfrage nach Sanofis Produkten wird strukturell durch eine alternde Bevölkerung und erweiterte Zulassungen gestützt.

Risiken bestehen natürlich: Patentabläufe, regulatorischer Preisdruck und die Konzentration auf wenige Blockbuster-Produkte können belasten. Als defensiver Anker im Dividendendepot liefert Sanofi dennoch eine seltene Kombination aus hoher laufender Rendite und günstiger Bewertung.

Engie: Energiewende-Profiteur mit offenem Belgien-Kapitel

Der französische Versorger hat sich in den vergangenen Jahren stark auf erneuerbare Energien umgestellt. Wind, Solar, Biomasse, Wasserstofftechnologien und Energiespeicherung bilden inzwischen das Rückgrat der Wachstumsstrategie. Die Dividende der vergangenen zwölf Monate belief sich auf 1,35 Euro je Aktie, was beim Kurs von 26,81 Euro einer Rendite von gut 5 % entspricht. In den letzten drei Jahren sind die Ausschüttungen um rund 20 % gestiegen.

Der Kurs hat seit Jahresbeginn um knapp 17 % zugelegt. Die Aktie zählt damit zu den stärksten Versorgertiteln in Europa. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 17,46 Euro im September 2025 hat sich der Wert um über 50 % erholt.

Das strategisch bedeutsamste Ereignis betrifft Belgien: Ende April 2026 unterzeichneten der belgische Staat, Engie und Electrabel eine Absichtserklärung über eine mögliche Übernahme sämtlicher Nuklearaktivitäten durch den Staat. Wesentliche Eckpunkte:

  • Zeitplan: Bis zum 1. Oktober 2026 sollen wesentliche Bedingungen vereinbart werden
  • Status: Noch keine bindende Vereinbarung — umfassende Due-Diligence-Prüfung läuft
  • Rückbau: Laufende Demontagearbeiten wurden in der Zwischenzeit pausiert
  • Strategie: Bei Abschluss würde Kapital für das Wachstumsgeschäft in Erneuerbaren freigesetzt

Ein Vorbehalt verdient Beachtung: Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einer Dividendenkürzung von knapp 9 %. Die auf dem Papier hohe Rendite von über 5 % könnte also schrumpfen.

Für das Dividendendepot bleibt Engie ein Infrastrukturtitel mit regulierten Cashflows, der von der Energiewende strukturell profitiert. Das Belgien-Kapitel ist dabei noch nicht geschrieben — ob und zu welchen Konditionen die Nuklearsparte tatsächlich übergeht, entscheidet sich frühestens im Herbst.

Drei Dividendenprofile, ein gemeinsamer Nenner

Das Generationenkapital als staatliches Instrument und die private Aktienrente verfolgen denselben Grundgedanken: langfristig am Kapitalmarkt teilhaben. Eine eindrucksvolle Zahl unterstreicht das: Seit 2001 hat der europäische Aktienmarkt rund 250 % Rendite erzielt. Davon entfallen 191 Prozentpunkte — also etwa 76 % — auf reinvestierte Ausschüttungen. Dividenden sind kein Nebenprodukt. Sie sind der entscheidende Renditetreiber über lange Zeiträume.

Die drei EuroStoxx-Titel decken dabei unterschiedliche Profile ab. BASF steht für zyklisches Turnaround-Potenzial mit solider Substanzrendite. Sanofi liefert defensive Pharmastabilität zu einer günstigen Bewertung. Engie bringt strukturelles Wachstum durch die Energiewende bei regulierten Cashflows.

Fondsmanager betonen, dass der Sweetspot für Dividendenanleger historisch bei einer Rendite von 2,5 bis 4,5 % liegt. In Europa ist auch etwas mehr drin — das obere Ende ist allerdings oft nur mit höherem Risiko zu haben. Wer die eigene Aktienrente aufbaut, sollte daher nicht allein auf die höchste Rendite schielen. Entscheidend ist die Nachhaltigkeit der Ausschüttung. Genau hier ergänzen sich die drei Titel mit ihren unterschiedlichen Stärken im Portfolio — und liefern eine solide Basis, die das staatliche Generationenkapital allein nicht bieten kann.

Anzeige

BASF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BASF-Analyse vom 22. Juni liefert die Antwort:

Die neusten BASF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BASF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

BASF Aktie

49,01 EUR

+ 0,47 EUR +0,97 %
KGV 28,66
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,64 %
Marktkapitalisierung 43,34 Mrd. EUR
ISIN: DE000BASF111 WKN: BASF11

Community Forum zu BASF

Ähnliche Artikel

SpaceX Aktie: 60-Milliarden-Übernahme von Cursor

SpaceX Aktie: 60-Milliarden-Übernahme von Cursor

Raumfahrt ·
Partners Group: Zweiaktienklassen-Struktur ab Ende 2026

Partners Group: Zweiaktienklassen-Struktur ab Ende 2026

Turnaround ·
Eigene Aktienrente aufbauen: BASF, Sanofi und Engie im Dividendencheck

Eigene Aktienrente aufbauen: BASF, Sanofi und Engie im Dividendencheck

Pharma & Biotech ·
Take-Two Aktie: Eine Milliarde in 60 Minuten erwartet

Take-Two Aktie: Eine Milliarde in 60 Minuten erwartet

Gaming & Metaverse ·
Heidelberger Druck: 13 Prozent Gewinn in 30 Tagen

Heidelberger Druck: 13 Prozent Gewinn in 30 Tagen

Industrie ·

Weitere Artikel zu BASF

Alle Artikel anzeigen
Deutschlands Chemieindustrie blutet — warum der Markt trotzdem Gewinner findet

Deutschlands Chemieindustrie blutet — warum der Markt trotzdem Gewinner findet

Industrie ·
BASF, OHB, Nordmetall: Wo der Ölpreisverfall wirklich ankommt

BASF, OHB, Nordmetall: Wo der Ölpreisverfall wirklich ankommt

Industrie ·
BASF Aktie: 27,8 Millionen Aktien eingezogen

BASF Aktie: 27,8 Millionen Aktien eingezogen

Dividenden ·
BASF Aktie: 1,5 Milliarden Euro Rückkauf endet

BASF Aktie: 1,5 Milliarden Euro Rückkauf endet

Chemie ·
30,6 Milliarden für die älteste Bank der Welt — wo jetzt Rendite entsteht

30,6 Milliarden für die älteste Bank der Welt — wo jetzt Rendite entsteht

Banken & Versicherungen ·