Elbit Systems Aktie: Europa bestellt Raketen
Der Dreijahresvertrag umfasst EXTRA-MR-Raketen und PULS-Systeme; eine mögliche Ansiedlung in Sachsen-Anhalt bleibt politisch umstritten.

Kurz zusammengefasst
- Europäischer Kunde vergibt Dreijahresauftrag
- Vertrag umfasst EXTRA-MR und PULS
- BSW plant Antrag gegen Ansiedlung
- Standortentscheidung in Sangerhausen noch offen
Elbit Systems erhält einen Auftrag über rund 235 Millionen Dollar von einem europäischen Kunden. Der Name des Landes bleibt offen. Parallel dazu formiert sich in Sachsen-Anhalt politischer Widerstand gegen eine mögliche Ansiedlung des Konzerns.
Raketen und Werfer für drei Jahre
Der Vertrag läuft über drei Jahre und basiert auf einer Regierungsvereinbarung zwischen dem israelischen Verteidigungsministerium und dem Ministerium des Käuferlandes. Elbit liefert die EXTRA-MR-Rakete, die mittlere Variante des überschallschnellen EXTRA-Systems. Hinzu kommen PULS-Raketenwerfer, weitere Plattformen für die Raketenartillerie und integrierte logistische Unterstützung.
Die Rakete ist lenkbar und auf mittlere Distanzen ausgelegt. Sie soll hochwertige Ziele bis zu 80 Kilometer Entfernung präzise treffen. Laut Unternehmen ist sie voll kompatibel mit dem PULS-System und bestehenden Führungs- und Informationsarchitekturen.
CEO Bezhalel Machlis sieht darin einen Beleg für die wachsende internationale Nachfrage. PULS sei bereits bei mehreren Kunden weltweit im Einsatz, darunter europäische und NATO-Staaten. Zum Vergleich: Der Auftragsbestand lag zuletzt bei 32,0 Milliarden Dollar, der Quartalsumsatz bis Ende Juni bei gut 2,3 Milliarden Dollar. Der neue Vertrag ist damit ein vergleichsweise kleiner, aber strategisch passender Baustein.
Die Aktie schloss am Freitag an der Nasdaq bei 755,43 Dollar, ein Plus von 1,86 Prozent.
Gegenwind in Sachsen-Anhalt
Politisch läuft es weniger glatt. In Sangerhausen wird über die Nutzung einer Industriegroßfläche diskutiert, auf der sich Elbit oder ein verbundenes Unternehmen ansiedeln könnte. Das BSW will das verhindern und legt für die November-Sitzung des Landtags einen Antragsentwurf vor. Die Linke soll mit ins Boot geholt werden.
Der Antrag fordert von der Landesregierung, geplante Anlagen, Erzeugnisse und deren militärische Verwendung offenzulegen. Förderzusagen des Landes soll es demnach nicht geben.
Die Stadt Sangerhausen sieht dagegen eine Chance. Mehrere Regionen in Deutschland bewürben sich um die Investition, die Stadt beteilige sich an den Gesprächen. Der potenzielle Investor verhandle noch über die Rahmenbedingungen, die Öffentlichkeit solle informiert werden, sobald offene Fragen geklärt sind. Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Den nächsten konkreten Termin setzt die Landtagssitzung im November.
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