Eli Lilly bringt sein Abnehm-Medikament Zepbound in den USA in eine neue Darreichungsform – und trifft damit auf einen Markt, der sich gerade neu sortiert. Denn während die FDA den Startschuss für den „KwikPen“ gibt, dreht Hauptkonkurrent Novo Nordisk an der Preisschraube. Wie stabil ist Lillys Vorsprung in diesem härter werdenden Wettbewerb?
Neuer Pen, neue Preislogik
Am Montag erhielt Eli Lilly in den USA die FDA-Zulassung für den Zepbound KwikPen. Das Gerät bündelt vier wöchentliche Dosen Tirzepatid in einem einzigen Multi-Dose-Pen. Lilly hat den Pen direkt nach der Zulassung für Selbstzahler über die eigene Plattform LillyDirect verfügbar gemacht.
Wichtig ist dabei die Preissetzung: Der Einstieg liegt laut Unternehmen bei 299 US-Dollar pro Monat für die 2,5-mg-Dosis. Lilly setzt damit sichtbar auf den Direktvertrieb an Selbstzahler – ein Kanal, der bereits stark genutzt wird. 2025 griffen über eine Million Patienten auf LillyDirect zu; zudem entfiel damals ein Drittel der neuen Patienten auf Selbstzahler-„Vials“. Zepbound entwickelte sich in dieser Zeit zur am häufigsten verschriebenen injizierbaren Adipositas-Therapie.
Technologisch ist der Schritt weniger Experiment als Skalierung: Die KwikPen-Technik ist international bereits im Einsatz und wird auch für andere Präparate genutzt, darunter Mounjaro.
Novo Nordisk senkt Listenpreise – was das für Lilly bedeutet
Nur einen Tag später kündigte Novo Nordisk an, die US-Listenpreise für Wegovy und Ozempic ab 1. Januar 2027 auf 675 US-Dollar pro Monat zu senken. Solche Ansagen wirken wie ein Signal: Der Preiskampf im boomenden GLP‑1-Markt dürfte zunehmen, auch wenn die Umsetzung erst 2027 startet.
Die unmittelbare Börsenreaktion fiel dennoch negativ aus: Nach der Ankündigung gab die Aktie laut Quelltext um rund 2% nach. Die Sorge dahinter ist naheliegend: Sinkende Listenpreise können die Preisgestaltung im gesamten Segment beeinflussen – und damit mittelfristig Margen und Marktanteile.
Marktanteil, Studiendaten und der finanzielle Rückenwind
Bank-of-America-Analysten sehen den Effekt der Novo-Ankündigung auf Lillys GLP‑1-Umsätze allerdings als begrenzt. Als Grund nennen sie eine Nachfrage, die stark von Selbstzahlern und staatlichen Gesundheitsprogrammen getragen werde. Aktuell wird Lilly zudem mit 60% Marktanteil im GLP‑1-Markt beschrieben, der Hauptkonkurrent hält demnach 40%.
Zusätzlichen Rückenwind lieferten am selben Tag wie die FDA-Zulassung neue Vergleichsdaten: In einer 84‑Wochen-Studie erreichte Tirzepatid eine Gewichtsreduktion von 23,6% und lag damit vor CagriSema (20,2%), einem experimentellen Mittel des Wettbewerbers. Nach Veröffentlichung dieser Daten legte die Aktie vorbörslich zeitweise um bis zu 4,2% zu.
Fundamental passt das in ein Bild starken Wachstums: Im vierten Quartal 2025 meldete Eli Lilly 19,3 Mrd. US-Dollar Umsatz (+43% zum Vorjahr). Treiber war das GLP‑1-Portfolio – Mounjaro steuerte 7,4 Mrd. US-Dollar, Zepbound 4,3 Mrd. US-Dollar bei.
Für 2026 hat Lilly eine Umsatzprognose von 80 bis 83 Mrd. US-Dollar formuliert und erwartet ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 33,50 bis 35,00 US-Dollar, gestützt durch die weitere Ausrollung von Adipositas- und Diabetes-Therapien.
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