Eli Lilly Aktie: Fünf Milliarden für Krebsmedikamente
Der Neubau in Virginia soll ADCs herstellen und 650 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen; Lillys US-Ausbau umfasst mehr als 50 Milliarden Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Spatenstich für Werk in Virginia erfolgt
- Fünf Milliarden Dollar für den Neubau
- ADCs sollen vor Ort entstehen
- 650 dauerhafte Stellen vorgesehen
Eli Lilly baut seine US-Produktion weiter aus. Heute erfolgte der Spatenstich für ein neues Werk in Goochland County bei Richmond im Bundesstaat Virginia. Der Konzern investiert dort fünf Milliarden Dollar und setzt auf eine Wirkstoffklasse, die in der Onkologie an Bedeutung gewinnt.
Erstes voll integriertes Lilly-Werk
In Richmond sollen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate entstehen, kurz ADCs. Sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit stark zellschädigenden Wirkstoffen und sollen kranke Zellen direkt angreifen, während gesundes Gewebe möglichst verschont bleibt. Lilly prüft die Substanzen zudem für Autoimmunerkrankungen und weitere Indikationen.
Technisch markiert das Projekt eine Premiere im eigenen Netzwerk: Es ist der erste Standort des Konzerns, der Wirkstoffe und fertige Medikamente in einer vollständig integrierten Anlage herstellt. Vorgesehen ist dedizierte Kapazität für Biokonjugate und große Moleküle. Konzernchef David Ricks betonte, die Investition ermögliche es, diese Therapien „right here in America“ zu produzieren.
Das Werk soll 650 hochbezahlte Dauerstellen schaffen, dazu rund 1.800 Jobs während der Bauphase. Lilly stellt in Richmond bereits ein. Für die Qualifizierung von Fachkräften sagt der Konzern 40 Millionen Dollar für ein Ausbildungsnetzwerk zu, ein Trainingszentrum in Goochland soll 2028 starten.
Teil einer größeren Offensive
Richmond ist einer von zehn neuen US-Standorten, die Lilly seit 2020 angekündigt hat. Fünf davon sollen Wirkstoffe produzieren:
- Richmond, Virginia
- Huntsville, Alabama
- Houston, Texas
- Lebanon, Indiana (API-Werk)
- Lebanon, Indiana (Lilly Medicine Foundry)
Weitere vier Standorte in North Carolina, Wisconsin und Pennsylvania fertigen Injektionspräparate und Devices. Ein zehnter Standort in Lebanon ist für genetische Medizin vorgesehen. Insgesamt umfasst das Programm mehr als 50 Milliarden Dollar.
Politisch bekommt Lilly Rückenwind. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer nannte das Projekt ein Beispiel für die Re-Industrialisierung unter Präsident Trumps Handelspolitik. Das dürfte für einen Konzern, der stark vom US-Markt abhängt, kein unwichtiges Signal sein.
Hohe Erwartungen an der Börse
Die Aktie zählt 2026 zu den stärksten Werten an der Wall Street. Marktbeobachter sehen weiteres Potenzial, verweisen aber darauf, dass die nächste Quartalsbilanz zur Nagelprobe werden könnte. Ein technisches Analysemodell stützt die optimistische Sicht.
Das Werk in Virginia ist ein langfristiges Projekt. Zu Zeitplan und Produktionsstart nennt Lilly keine Termine, lediglich das Trainingszentrum soll 2028 öffnen. Für das Quartalsergebnis spielt der Bau deshalb zunächst keine Rolle, für die Pipeline in der Onkologie dagegen sehr wohl.
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