Eli Lilly Aktie: Q2-Bericht am 5. August erwartet
Eli Lilly präsentiert Q2-Zahlen mit starkem GLP-1-Wachstum, neuer Adipositas-Pille Foundayo und milliardenschweren Impfstoff-Übernahmen.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsbericht am 5. August erwartet
- Mounjaro-Umsatz steigt um 125 Prozent
- Foundayo-Verschreibungen erreichen Rekordhoch
- Drei Impfstofffirmen für 3,83 Mrd. Dollar übernommen
Am kommenden Mittwoch, den 5. August, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf den US-Pharmakonzern Eli Lilly, wenn dieser seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Die Erwartungen am Markt sind nach einem außergewöhnlich starken Jahresauftakt hoch. Während der dänische Konkurrent Novo Nordisk am gestrigen Freitag mit einer gesenkten Prognose und dem Scheitern einer klinischen Studie für einen Kurssturz im gesamten Sektor sorgte, unterstreicht die aktuelle Nachrichtenlage die robuste Positionierung der US-Amerikaner im lukrativen Markt für Adipositas-Behandlungen.
An der Börse zeigte sich Eli Lilly zuletzt widerstandsfähig. Am gestrigen Freitag schloss das Papier bei 997,50 €, womit der Wert seit Jahresbeginn ein Plus von 8,68 % aufweist. Damit notiert die Aktie weiterhin in Reichweite ihres bisherigen Rekordniveaus; der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt lediglich -8,90 %.
Fokus auf Absatzrekorde bei GLP-1-Präparaten
Das Hauptaugenmerk der Analysten liegt auf der Entwicklung der Blockbuster-Medikamente Mounjaro und Zepbound. Bereits im ersten Quartal 2026 konnte das Unternehmen seinen Umsatz um über 55 % auf 19,80 Milliarden US-Dollar steigern. Mounjaro steuerte dazu 8,66 Milliarden US-Dollar bei, was einem Wachstum von 125 % entsprach, während das erst jüngst eingeführte Zepbound bereits 4,16 Milliarden US-Dollar zum Ergebnis beisteuerte.
Die Experten von Goldman Sachs signalisierten im Vorfeld der Zahlen, dass Eli Lilly seine Jahresprognose für den Umsatz, die derzeit zwischen 82 und 85 Milliarden US-Dollar liegt, erneut anheben könnte. In Prognosemärkten wird die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertrifft, derzeit auf etwa 70 % beziffert. Besonders das internationale Geschäft gewinnt an Bedeutung: Bei Mounjaro liegt der Marktanteil außerhalb der USA Schätzungen zufolge bereits bei über 50 %.
Marktvorteile durch die neue Adipositas-Pille
Ein entscheidender Faktor für die künftige Dominanz im Markt für Gewichtsreduktion ist der Übergang von Injektionen zu oralen Therapien. Eli Lilly konnte hier am 2. April einen wichtigen Erfolg verbuchen, als die US-Gesundheitsbehörde FDA die tägliche Abnehm-Pille Foundayo (Orforglipron) zuließ. Im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt von Novo Nordisk, das unter strengen Nüchternheitsvorgaben eingenommen werden muss, bietet Foundayo den Vorteil, dass es jederzeit ohne Einschränkungen bei der Nahrungs- oder Wasseraufnahme konsumiert werden kann.
Die Akzeptanz am Markt nimmt stetig zu. In der Woche zum 24. Juli erreichten die Verschreibungen für Foundayo mit 26.760 Rezepten einen neuen Höchststand. Auch wenn die Analysten von Jefferies die Umsatzerwartungen für dieses spezifische Medikament im zweiten Quartal konservativ auf 71 Millionen US-Dollar schätzen, wird der Pille aufgrund ihrer hohen Anwenderfreundlichkeit langfristig ein massives Potenzial zugeschrieben. Insgesamt kontrolliert Eli Lilly derzeit rund 60 % des globalen Marktes für moderne Adipositas-Medikamente.
Expansion in die Impfstoffentwicklung
Parallel zum Kerngeschäft treibt das Management unter CEO Dave Ricks die Diversifizierung des Portfolios voran. Erst kürzlich gab der Konzern eine dreifache Übernahme im Bereich der Impfstoffentwicklung bekannt. Für insgesamt bis zu 3,83 Milliarden US-Dollar akquiriert Eli Lilly die Unternehmen Curevo Inc., LimmaTech Biologics und Vaccine Company.
Ziel dieser Strategie ist es, die medizinische Versorgung von der Behandlung hin zur Prävention zu verschieben. Zu den Entwicklungsprojekten gehören unter anderem Impfstoffe gegen Gürtelrose, Staphylococcus aureus sowie das Epstein-Barr-Virus. Chief Scientific Officer Daniel Skovronsky betonte in diesem Zusammenhang, dass man Krankheiten künftig bereits an der Quelle verhindern wolle, statt lediglich deren Konsequenzen zu therapieren. Diese Expansion wird durch die massiven Cashflows aus dem Adipositas-Geschäft finanziert und soll die langfristige Wachstumsbasis des Unternehmens über die aktuelle Wirkstoffklasse hinaus absichern.
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