Eli Lilly Aktie: Taltz-Zepbound-Kombination bei Psoriasis erfolgreich
Neue Lilly-Daten bestätigen die Wirksamkeit der Taltz-Zepbound-Kombination, während JPMorgan die Prognosen anhebt und die Aktie unter Druck bleibt.
Kurz zusammengefasst
- Kombination hält Psoriasis-Aktivität stabil
- Keine neuen Sicherheitssignale festgestellt
- JPMorgan erhöht Umsatz- und Gewinnschätzung
- Aktie bleibt unter dem 52-Wochen-Hoch
Eli Lilly hat neue Phase-3b-Daten zu einer Kombinationstherapie aus dem Psoriasis-Wirkstoff Taltz (Ixekizumab) und dem Abnehmpräparat Zepbound (Tirzepatid) veröffentlicht.
Die Studien TOGETHER-PsO und TOGETHER-PsA zeigen nach 52 Wochen, dass die Kombination bei Erwachsenen mit Psoriasis-Erkrankungen und Übergewicht die Krankheitsaktivität stabil hielt oder weiter verbesserte – verglichen mit einer alleinigen Taltz-Behandlung. Neue Sicherheitssignale traten laut Unternehmensangaben nicht auf.
Pipeline wächst über Diabetes und Adipositas hinaus
Die Daten fügen sich in eine Strategie, mit der Eli Lilly sein Zugpferd Tirzepatid über die klassischen Einsatzgebiete Diabetes und Adipositas hinaus positioniert. Das Unternehmen prüft den Wirkstoff parallel in zwei Phase-3-Studien zur krankheitsmodifizierenden Behandlung von Typ-1-Diabetes, wie Medienberichten zufolge aus einer Analyse hervorgeht.
Die Kombination mit einem etablierten Immunologie-Präparat wie Taltz erschließt zusätzlich das Feld entzündlicher Hauterkrankungen bei Patienten mit Übergewicht – eine Patientengruppe, die von einer einzigen Substanzklasse oft nicht ausreichend erreicht wird.
Die vergangene Woche vereinbarte Übernahme von Merida Biosciences für bis zu 2,875 Milliarden Dollar zeigt, dass Lilly sein Immunologie-Portfolio auch über Zukäufe erweitert – mit dem Wirkstoff MER511 für Morbus Basedow und endokrine Orbitopathie. Zusammen mit den neuen Studienergebnissen entsteht so ein breiteres Bild: Der Konzern verzahnt Stoffwechsel- und Immuntherapien zunehmend systematisch, statt sie getrennt zu entwickeln.
Wachstumsprognosen bleiben hoch
Am 3. September hob JPMorgan die Umsatzschätzung für 2027 um 0,7 Prozent auf 105,67 Milliarden Dollar an und das Gewinnziel je Aktie um 1,1 Prozent auf 50,99 Dollar.
Die Bank bekräftigte damals ihr Kursziel von 1.400 Dollar bei einer Overweight-Einstufung und rechnet mit kombinierten Umsätzen aus Zepbound, Mounjaro und Foundayo von 62 Milliarden Dollar im laufenden Jahr, 78 Milliarden 2027 und über 100 Milliarden Dollar bis 2030. Solche Zahlen verdeutlichen, wie stark die Erwartungen an die Inkretin-Sparte inzwischen über den ursprünglichen Diabetes- und Adipositasmarkt hinausreichen.
Kursbild bleibt angeschlagen
An der Börse spiegelt sich die Wachstumsstory derzeit nicht in der Kursentwicklung. Die Aktie schloss am Freitag bei 986,00 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent auf Tagesbasis und binnen 30 Tagen ein Rückgang um 4,0 Prozent. Damit notiert das Papier rund 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.108,20 Euro, das im August erreicht wurde. Der Relative-Stärke-Index von 39,8 deutet auf eine eher verhaltene Marktstimmung hin, ohne dass eine akute Überverkauft-Situation vorläge.
Für Anleger bedeutet das: Trotz solider klinischer Fortschritte und optimistischer Analystenschätzungen bremst offenbar eine Kombination aus hoher Bewertung und allgemeiner Risikoaversion im Sektor den Kurs.
Die für den 10. September angekündigte Quartalsdividende von 1,73 Dollar je Aktie sowie der Auftritt von Ilya Yuffa, President von Lilly USA, auf der Morgan-Stanley-Gesundheitskonferenz am 14. September dürften in den kommenden Wochen zusätzliche Impulse liefern, wie sich Markt und Fundamentaldaten wieder annähern.
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