Eli Lilly dreht kurz vor den nächsten Quartalszahlen spürbar am Pipeline-Hebel. Gleich mehrere Kooperationen sollen neue Therapiefelder öffnen – von Gentherapie bis Autoimmunerkrankungen. Warum häuft der Konzern diese Deals gerade jetzt?
Zwei Deals, ein klares Ziel
Diese Woche hat Lilly laut Reuters zwei größere Forschungskooperationen angekündigt – zusammen mit einem potenziellen Gesamtwert von bis zu rund 3 Milliarden US-Dollar. Inhaltlich geht es um zwei Schwerpunkte: präziseres Gene-Editing und neue Ansätze, das Immunsystem bei Autoimmunerkrankungen „zu tolerieren“, statt es nur zu dämpfen.
Der Zeitpunkt ist auffällig: Am 4. Februar legt Lilly Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Solche Partnerschaften liefern zwar nicht sofort Umsatz, aber sie zeigen, wo der Konzern die nächsten Wachstumstreiber sucht – und wie viel er bereit ist, dafür zu investieren.
Gene-Editing für Hörverlust: Deal mit Seamless
Am 28. Januar hat Lilly eine globale Forschungskooperation mit dem deutschen Startup Seamless Therapeutics geschlossen. Ziel sind Gene-Editing-Behandlungen gegen Hörverlust, basierend auf einer programmierbaren „Rekombinase“-Plattform.
Wichtig an der Technologie: Sie soll große, präzise DNA-Abschnitte an definierten Stellen einfügen können – ohne auf den üblichen DNA-Reparaturmechanismus der Zelle angewiesen zu sein. Finanziell setzt Lilly auf ein klassisches Meilensteinmodell:
- Vorauszahlung plus zugesagte F&E-Finanzierung
- zusätzliche Entwicklungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen
- Gesamtpotenzial von über 1,12 Mrd. US-Dollar
Der Deal baut zudem auf einem bestehenden Programm auf, das Lilly durch die Akouos-Übernahme 2022 (487 Mio. US-Dollar) ins Haus geholt hatte.
Autoimmun: Repertoire soll „Toleranz“ ermöglichen
Einen Tag später, am 29. Januar, folgte die nächste Kooperation: Bis zu 1,93 Mrd. US-Dollar könnten an Repertoire Immune Medicines fließen, ein Unternehmen aus Massachusetts. Im Fokus stehen „tolerizing therapies“ für mehrere Autoimmunerkrankungen – also Therapien, die das Immunsystem gezielt daran hindern sollen, körpereigenes Gewebe anzugreifen.
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Die Eckpunkte der Vereinbarung:
- 85 Mio. US-Dollar upfront an Repertoire
- bis zu 1,84 Mrd. US-Dollar an Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteinen
- gestaffelte Umsatzbeteiligungen (Royalties) auf Nettoverkäufe
Operativ ist die Rollenverteilung klar: Repertoire führt die Zusammenarbeit bis zur Benennung eines Entwicklungskandidaten. Danach übernimmt Lilly klinische Entwicklung, Produktion und Vermarktung.
Weitere Impulse: FDA-Status, KI-Labor und ein wichtiger Entscheid in Sicht
Neben den Deals meldete Lilly im Januar mehrere Pipeline-Updates. Dazu zählen eine Breakthrough-Therapy-Einstufung der FDA für sofetabart mipitecan (platinresistenter Eierstockkrebs) sowie ein gemeinsames KI-Innovationslabor mit NVIDIA zur Wirkstoffforschung.
Ein besonders konkreter Katalysator steht zudem im Raum: Die FDA-Entscheidung zur möglichen Zulassung der Abnehmpille orforglipron wird laut Aussagen des Unternehmens auf der J.P. Morgan Healthcare Conference im zweiten Quartal 2026 erwartet. Ein „national priority“-Voucher könnte das Prüfverfahren beschleunigen.
Am Aktienmarkt spiegelt sich die jüngste Unruhe derweil eher in der kurzfristigen Entwicklung: In den vergangenen 30 Tagen liegt der Kurs laut den bereitgestellten Daten rund 15% im Minus.
Am 4. Februar wird Lilly die Q4-2025-Zahlen veröffentlichen und in einer Telefonkonferenz erläutern – dann dürfte sich auch zeigen, wie der Markt die aktuelle Pipeline- und Deal-Serie im Gesamtbild bewertet.
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