Die US-Regierung macht ernst mit der Unabhängigkeit bei Nuklearbrennstoff – und der Markt reagiert. Ein milliardenschweres Investitionsprogramm des Energieministeriums (DOE) schiebt US-Uranwerte an, allen voran Energy Fuels. Entscheidend ist dabei weniger, was heute verdient wird, sondern welche Rolle der Konzern künftig in einer strategisch neu geordneten Brennstoffkette spielen könnte.
DOE-Milliarden als Katalysator
Auslöser der jüngsten Kursrally war die offizielle Bestätigung des DOE, 2,7 Milliarden US‑Dollar in den Aufbau einer heimischen Lieferkette für Nuklearbrennstoff zu stecken. Die Mittel fließen in Verträge zur Ausweitung der Kapazitäten für niedrig angereichertes Uran (LEU) sowie für HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium). Den Zuschlag erhielten Centrus Energy, Orano und General Matter – ein deutliches Signal, dass Washington den US-Kreislauf von der Förderung bis zur Anreicherung wieder stärken will und sich von russischen Quellen lösen möchte.
Energy Fuels selbst ist an diesen konkreten Anreicherungsverträgen nicht beteiligt. Der Markt interpretiert das Programm dennoch als strukturellen Rückenwind für den gesamten nordamerikanischen Uransektor. Als führender US-Produzent von Natururan (U3O8) gilt das Unternehmen als wichtiger potenzieller Zulieferer für genau jene Anlagen, die nun mit Bundesgeldern ausgebaut werden. Die jüngsten Kursgewinne knüpfen damit an die spekulativen Käufe der Vorwoche an und untermauern die Erwartung, dass die Nachfrage nach heimischem Uran langfristig zulegen dürfte.
Geopolitische Spannungen verstärken diesen Effekt. Nach US-Militäraktionen in Venezuela am ersten Januarwochenende rückte die Versorgung mit energie- und sicherheitskritischen Rohstoffen noch stärker in den Fokus. Energy Fuels arbeitet parallel zum Uran-Geschäft am Ausbau von Aktivitäten im Bereich Seltener Erden. Damit wächst in Teilen des Marktes die Wahrnehmung, der Konzern könne zu einem strategischen Baustein für die Rohstoffsicherheit der USA werden.
Insiderverkäufe und hohe Bewertung
Die starke Kursentwicklung bleibt allerdings nicht ohne Gegenbewegung auf Eigentümerseite. Meldungen zeigen, dass Executive Vice President Timothy James Carstens im Dezember Aktien im Wert von rund 889.000 US‑Dollar verkauft hat. Zudem hat der institutionelle Investor Stanley Laman Group seine Position im dritten Quartal 2025 um 37,7 % reduziert. Das deutet darauf hin, dass einzelne Großanleger die jüngste Stärke nutzen, um Gewinne mitzunehmen.
Parallel dazu haben sich die Bewertungskennzahlen deutlich nach oben bewegt. Der Markt gesteht Energy Fuels derzeit einen spürbaren Aufschlag gegenüber Wettbewerbern wie Cameco und Centrus Energy zu, gemessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis. Dieses Bewertungsniveau spiegelt weniger die aktuelle Ertragslage als vielmehr Erwartungen wider:
- Beschleunigtes Wachstum durch eine stärkere Rolle im US-Uranangebot
- Zusätzliche Fantasie aus dem Aufbau einer Lieferkette für Seltene Erden außerhalb Chinas
- Politischer Rückenwind durch parteiübergreifende Unterstützung für Kernenergie und Small Modular Reactors (SMR) in den USA
Charttechnisch hat sich das Bild seit Jahresbeginn deutlich aufgehellt. Die Aktie notiert klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Handelstage; der Schlusskurs von gestern bei 18,43 US‑Dollar liegt rund 38 % über dem 50‑Tage-Schnitt. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Plus auf knapp 230 %, was die Dynamik der Neubewertung unterstreicht.
Technische Lage und Ausblick
Nach der schnellen Rally von über 20 % in nur zwei Handelstagen wirkt die Aktie kurzfristig heiß gelaufen. Der 14‑Tage-RSI liegt mit 65,9 bereits im oberen neutralen Bereich und nähert sich einer technisch überkauften Zone. Gleichzeitig ist der Titel noch klar vom 52‑Wochen-Hoch bei 22,59 US‑Dollar entfernt, während er sich vom Tief bei 3,14 US‑Dollar um ein Vielfaches entfernt hat – ein Hinweis auf die hohe Volatilität, die mit einem annualisierten Wert von knapp 93 % auch statistisch belegt ist.
Im Vordergrund steht nun, wie das Management seine Rolle in der neu finanzierten US-Brennstoffkette konkret ausfüllt. Ankündigungen dazu, wie Energy Fuels künftig Material für die geförderten Anreicherungsprojekte bereitstellen will oder wie sich die Aktivitäten im Bereich Seltener Erden entwickeln, dürften maßgeblich bestimmen, ob die aktuelle Bewertungsprämie gehalten oder weiter ausgebaut werden kann. Ebenso wichtig wird sein, ob und in welchem Umfang Analysten ihre bislang deutlich niedrigeren Konsens-Kursziele an den neuen politischen Rahmen und die veränderte Markterwartung anpassen.
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