Energy Fuels legt die Latte für sein Schwermineralsand-Projekt in Madagaskar deutlich höher. Eine jetzt veröffentlichte Machbarkeitsstudie sieht Milliardenpotenzial und verlängert die finanzielle Perspektive des Konzerns auf Jahrzehnte. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe der erwarteten Cashflows, sondern auch die Rolle des Projekts für die US-Lieferketten bei Seltenen Erden.
Studie bringt Klarheit für Vara Mada
Am 8. Januar 2026 hat Energy Fuels die endgültigen Zahlen für das zu 100 % eigene Vara-Mada-Projekt (früher Toliara) vorgelegt. Die Studie definiert erstmals einen klaren finanziellen Rahmen, den Analysten direkt in ihre Bewertungsmodelle übernehmen können.
Zentral ist ein Net Present Value (NPV) von 1,8 Milliarden US-Dollar nach Steuern, berechnet mit einem Diskontsatz von 10 %. Auf Aktienbasis entspricht das rund 7,30 US-Dollar je Anteilsschein. Damit liefert das Unternehmen einen konkreten Anhaltspunkt, wie viel Wert allein dieses Projekt langfristig schaffen soll.
Parallel dazu legt die Studie eine Minenlaufzeit von 38 Jahren zugrunde und bestätigt Reserven von 904 Millionen Tonnen (Proven & Probable) mit einem Gehalt von 6,1 % schweren Mineralen. Diese Größenordnung untermauert, dass es sich nicht um ein kurzfristiges Projekt, sondern um einen langfristigen Cashflow-Lieferanten handelt.
Cashflows, Renditen und Investitionsplan
Die finanziellen Kennzahlen der Machbarkeitsstudie zeichnen ein Bild mit hohem Ertragspotenzial. Energy Fuels rechnet mit einem jährlichen EBITDA, das in der Spitze bei über 500 Millionen US-Dollar liegen soll. Über die gesamte modellierte Laufzeit sieht die Studie einen durchschnittlichen Jahres-EBITDA von 387 Millionen US-Dollar.
Die interne Verzinsung (Internal Rate of Return, IRR) wird mit 24,9 % angegeben. Für Investoren ist das ein wichtiger Indikator: Eine IRR in dieser Größenordnung signalisiert, dass das Projekt nach den Annahmen der Studie klar über den Kapitalkosten liegt.
Beim freien Cashflow kalkuliert das Unternehmen im Schnitt mit 264 Millionen US-Dollar pro Jahr. Um diese Erträge zu erreichen, ist allerdings ein gestufter Investitionsplan nötig:
- 121 Millionen US-Dollar vor der finalen Investitionsentscheidung (FID)
- 769 Millionen US-Dollar für den Bau von Phase 1
- 142 Millionen US-Dollar für die Erweiterung in Phase 2
Damit ist der Kapitalbedarf erheblich, wird aber durch die in Aussicht gestellten Cashflows klar begründet.
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Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- NPV (nach Steuern, 10 % Diskontsatz): 1,8 Mrd. US-Dollar
- IRR: 24,9 %
- Minenlaufzeit: 38 Jahre
- Reserven: 904 Mio. Tonnen (Proven & Probable)
- EBITDA: Spitze >500 Mio. US-Dollar pro Jahr, durchschnittlich 387 Mio. US-Dollar
Bindeglied der US-Lieferkette für Seltene Erden
Strategisch spannend ist die klare Verknüpfung zwischen dem Lagerstättenprojekt in Madagaskar und den US-Verarbeitungsanlagen des Unternehmens. Vara Mada soll im Schnitt pro Jahr rund 24.000 Tonnen Monazit liefern, ergänzt um 959.000 Tonnen Ilmenit und 66.000 Tonnen Zirkon.
Der Monazit-Strom ist dabei der Schlüssel für die US-Versorgung mit Seltenen Erden. Die Studie sieht vor, dass dieses Material zur White Mesa Mill in Utah verschifft wird. Dort kann Energy Fuels Seltene Erden weiterverarbeiten und damit eine Lücke in der US-Wertschöpfungskette schließen.
Auf Basis von Referenzprognosen für das Jahr 2032 könnte allein Vara Mada bis zu 30 % des US-Bedarfs an leichten Seltenen-Erden-Oxiden decken. Bei schweren Seltenen Erden, darunter kritische Elemente wie Dysprosium und Terbium, liegt das Potenzial sogar bei rund 85 % des prognostizierten US-Bedarfs. Damit wird das Projekt aus Sicht der US-Industrie und -Politik zu einem möglichen Schlüsselbaustein für mehr Unabhängigkeit von asiatischen Lieferketten.
Marktreaktion und nächste Meilensteine
An der Börse sorgten die neuen Projektzahlen erwartungsgemäß für Bewegung. Die Aktie notierte gestern bei 18,59 US-Dollar und liegt damit rund 11 % höher als vor einer Woche; auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich der Anstieg auf über 250 %. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf etwa 4,41 Milliarden US-Dollar.
Trotz der nun vorliegenden Machbarkeitsstudie ist die finale Investitionsentscheidung noch offen. Das FID hängt vor allem von den abschließenden Verhandlungen mit der Regierung in Madagaskar zu fiskalischen Rahmenbedingungen und Genehmigungen ab. Die bestätigte Reservebasis von 904 Millionen Tonnen mit 6,1 % Schwermineralgehalt liefert dabei die geologische Grundlage, um diese Gespräche zu untermauern.
Für die nächsten Monate sind damit zwei Punkte entscheidend: Erstens, ob sich die veranschlagten ökonomischen Kennzahlen des Projekts im Zuge der Verhandlungen halten lassen. Und zweitens, wann ein formales Go für das FID erfolgt, das den Startschuss für die hohen Vorinvestitionen und damit für die operative Umsetzung von Vara Mada geben würde.
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