EOS Aktie: Dunkle Perspektiven?

Der Handel mit Electro Optic Systems ist nach einem massiven Kursverfall ausgesetzt. Ein Short-Seller-Bericht stellt die Glaubwürdigkeit eines kürzlich gemeldeten 80-Millionen-Dollar-Deals in Südkorea infrage.

Kurz zusammengefasst:
  • Kurs stürzte über 16 Prozent ab
  • Vorwürfe zu irreführenden Vertragsmeldungen
  • Kritik an Partner für 80-Millionen-Deal
  • Handelsstopp bis zur Klärung verhängt

Electro Optic Systems (EOS) steht massiv unter Beschuss. Nach schweren Vorwürfen eines Short-Sellers bezüglich irreführender Vertragsmeldungen stürzte der Kurs am Freitag ins Bodenlose, bevor die Notbremse gezogen wurde. Nun ruht der Handel, während Anleger um die Glaubwürdigkeit des australischen Rüstungsunternehmens bangen.

Der Börsentag endete abrupt: Die Aktie kollabierte um über 16 Prozent auf 6,00 AUD, bevor das Unternehmen einen sofortigen Handelsstopp beantragte. Auslöser der Panik ist ein vernichtender Bericht der Analysefirma Grizzly Research, der die Validität zentraler Umsatztreiber infrage stellt.

Electro Optic Systems Holdings

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Zweifelhafter Partner in Korea

Im Zentrum der Kritik steht ein Mitte Dezember 2025 verkündeter Auftrag über 80 Millionen US-Dollar (ca. 120 Millionen AUD). Damals meldete EOS den Verkauf von Hochenergie-Lasersystemen an einen südkoreanischen Kunden. Dieser Deal war maßgeblich für die jüngste Neubewertung der Aktie verantwortlich.

Grizzly Research enthüllt nun jedoch brisante Details über den Vertragspartner „Goldrone Co. Ltd.“. Laut dem Bericht handelt es sich dabei keineswegs um einen großen Rüstungskonzern, sondern um einen kleinen Anbieter für Landwirtschaftsdrohnen. Das Unternehmen soll lediglich drei Mitarbeiter beschäftigen und 2018 einen Spitzenumsatz von nur 476.000 US-Dollar erzielt haben. Besonders kurios: Der angebliche Großkunde operiert laut Grizzly aus einem Restaurant-Komplex heraus. Die Analysten bezweifeln daher die Fähigkeit der Firma, einen Vertrag dieser Größenordnung zu erfüllen.

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Kursgewinne in Gefahr

Die Anschuldigungen treffen EOS in einer empfindlichen Phase. Nach der ursprünglichen Bekanntgabe des Korea-Deals hatte die Aktie eine Rally von fast 30 Prozent hingelegt. Grizzly Research bezeichnet die damalige Darstellung des Managements nun als „aggressiv irreführend“.

Zusätzlich zu dem Korea-Vertrag wirft der Bericht Fragen zur Übernahme von MARSS im Januar 2026 auf und erinnert an regulatorische Probleme: Erst im November 2025 verhängte die australische Aufsichtsbehörde ASIC eine Geldstrafe gegen EOS wegen früherer Verstöße gegen die Offenlegungspflichten.

Wie es weitergeht

Der verhängte Handelsstopp verhindert vorerst weitere Abverkäufe. Gemäß den Regeln der australischen Börse ASX bleibt der Handel ausgesetzt, bis das Management eine klärende Stellungnahme veröffentlicht oder der normale Handel am nächsten Geschäftstag – voraussichtlich Anfang nächster Woche – wieder beginnt. Marktteilnehmer warten nun auf konkrete Beweise, dass eine angemessene Prüfung des Vertragspartners Goldrone stattgefunden hat und der 80-Millionen-Dollar-Deal finanziell abgesichert ist.

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