Equinor Aktie: Analysten im Widerspruch
Mehrere Banken haben ihre Kursziele für Equinor stark angehoben, raten aber weiterhin zur Vorsicht. Die Skepsis gründet auf der norwegischen Steuerstruktur, die den Cashflow belastet.

Kurz zusammengefasst
- Starke Erhöhung der Kursziele durch mehrere Banken
- Empfehlungen bleiben auf Hold oder Sell
- Skepsis wegen norwegischer Steuerstruktur
- Solide operative Produktionsplanung für 2026
Kursziele rauf, Empfehlungen runter — selten ist die Spaltung unter Analysten so offensichtlich wie derzeit bei Equinor. Innerhalb weniger Tage haben gleich vier Banken ihre Einschätzungen aktualisiert, und die Signale zeigen in völlig verschiedene Richtungen.
Kursziele steigen, Vorsicht bleibt
JPMorgan hob sein Kursziel Anfang April von 285 auf 370 norwegische Kronen an, Berenberg von 225 auf 365 Kronen. Beide Revisionen fallen deutlich aus — und doch empfehlen beide Häuser keine klare Kaufentscheidung. Berenberg bleibt bei „Hold“, JPMorgan sogar bei „Sell“. Jefferies stieß am 6. April mit einem weiteren „Hold“ dazu, Citi hatte bereits am 3. April ein „Sell“ ausgegeben.
Der Grund für die anhaltende Skepsis liegt in Norwegens spezifischer Steuerstruktur. Sie begrenzt den freien Cashflow strukturell — ein Nachteil gegenüber internationalen Wettbewerbern, der sich bei fallenden Ölpreisen noch stärker bemerkbar machen würde.
Starke Produktion, aber zu welchem Preis?
Das operative Fundament ist solide. Nach einem Rekordjahr 2025 mit einer Tagesproduktion von mehr als 2,1 Millionen Barrel Öläquivalent plant Equinor für 2026 ein weiteres Produktionswachstum von rund drei Prozent. 16 Projekte in Norwegen sollen dazu beitragen, die meisten davon kostengünstige Anbindungen an bestehende Infrastruktur.
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Beim Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA notiert Equinor mit dem 3,15-fachen deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 6,37 — was Befürworter als Bewertungsabschlag interpretieren. Kritiker sehen darin jedoch weniger eine Chance als ein strukturelles Merkmal der norwegischen Steuersituation.
Was im Mai entschieden wird
Der nächste konkrete Prüfstein ist nah. Am 6. Mai 2026 veröffentlicht Equinor seine Ergebnisse für das erste Quartal, am 12. Mai folgt die Hauptversammlung mit Abstimmung über eine Quartalsdividende von 0,39 US-Dollar je Aktie.
Bemerkenswert ist dabei der deutlich reduzierte Aktienrückkauf: Für das Gesamtjahr 2026 sind maximal 1,5 Milliarden US-Dollar vorgesehen — nach 5 Milliarden im Vorjahr. Ob die starken Produktionszahlen und der operative Cashflow von geplanten 16 Milliarden US-Dollar in 2026 die Bewertungsskepsis entkräften können, wird die Zahlenveröffentlichung Anfang Mai zeigen.
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