Equinor Aktie: Argerich-I bleibt Trockenbohrung

Equinor reicht Umweltverträglichkeitsstudie für Wisting-Ölfeld ein, während eine Trockenbohrung in Argentinien Verluste verursacht.

Dieter Jaworski ·
Equinor Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Wiederbelebung des Wisting-Projekts in Barentssee
  • Verzicht auf Landstrom aus Kostengründen
  • Fehlgeschlagene Bohrung in Argentinien
  • Aktie nähert sich überverkauftem Bereich

Der norwegische Energiekonzern Equinor erlebt einen gemischten Donnerstag. Die Aktie notiert bei 27,45 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent. Zwei Nachrichten aus unterschiedlichen Erdteilen sorgen für Bewegung.

Die wichtigere Meldung kommt aus der Barentssee. Equinor hat den Antrag für das Umweltverträglichkeitsgutachten zum Wisting-Feld eingereicht. Das ist die offizielle Wiederbelebung des Projekts, das 2022 auf Eis lag. Wisting gilt als größte unerschlossene Entdeckung auf dem norwegischen Festlandsockel. Die Lagerstätte enthält schätzungsweise 500 Millionen Barrel Öläquivalent.

Kein Landstrom für Wisting

Ein strategischer Knackpunkt: Equinor und seine Partner haben sich gegen eine Stromversorgung vom Festland entschieden. Die Begründung: zu hohe Kosten und technische Komplexität. Stattdessen setzt der Konzern auf energieeffiziente Gasturbinen.

Gleichzeitig prüft Equinor Optionen zur CO₂-Abscheidung. Die norwegische Regierung und Industrieverbände unterstützen das Projekt, da es hohe Steuereinnahmen verspricht. Umweltgruppen kritisieren den Verzicht auf Landstrom scharf.

Der Zeitplan steht: Die öffentliche Konsultation läuft 16 Wochen. Die endgültige Investitionsentscheidung ist für Ende 2027 geplant. Der formelle Förderplan dürfte Anfang 2028 folgen. Equinor hält 42,5 Prozent am Lizenzbetrieb, Partner sind Aker BP (27,5 Prozent), Petoro (20 Prozent) und INPEX Idemitsu (10 Prozent).

100-Millionen-Dollar-Fehlschlag

Die gute Nachricht aus Norwegen wird von einer Enttäuschung aus Südamerika überschattet. Equinor hat die Bohrung Argerich-I vor Argentinien abgeschlossen. Ergebnis: eine Trockenbohrung. Rund 100 Millionen Dollar Investition – keine klaren Hinweise auf Kohlenwasserstoffe.

Das Joint Venture umfasste Equinor (35 Prozent), YPF (35 Prozent) und Shell (30 Prozent). Die gewonnenen Daten werden weiter analysiert. Ein kurzfristiger Katalysator für das internationale Portfolio ist damit aber erstmal vom Tisch.

Die Aktie steht technisch unter Druck. In den letzten 30 Tagen verlor Equinor 15,36 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 32,0 – der Titel nähert sich dem überverkauften Bereich. Mit 27,45 Euro notiert die Aktie 13,75 Prozent unter der 50-Tage-Linie und deutlich unter dem März-Hoch von 37,74 Euro.

Auf Jahressicht bleibt die Bilanz positiv: Ein Plus von 31,47 Prozent seit Januar. Gestützt durch die stabile norwegische Produktion und die langfristigen Aussichten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Wisting den Kursschwung bringt – oder ob die argentinische Enttäuschung schwerer wiegt.

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Equinor Aktie

35,39 EUR

+ 0,49 EUR +1,40 %
KGV 11,11
Sektor Energie
Div.-Rendite 0,40 %
Marktkapitalisierung 927,13 Mrd. EUR
Ø Kursziel 37,69 USD
ISIN: NO0010096985 WKN: 675213

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