Erhöhte Korrekturgefahr?

Trotz saisonaler September-Risiken könnte sich die Korrektur erst im Oktober manifestieren. Hohe Aktienbewertungen und konjunkturelle Warnsignale belasten die Erwartungen an die Berichtssaison.

Stephan Feuerstein ·
Blick auf Finanzviertel bei Sonnenuntergang

Kurz zusammengefasst

  • Saisonale September-Risiken möglicherweise verschoben
  • Hohe Bewertungen erschützen Ergebnisüberraschungen
  • Konjunkturelle Warnsignale am US-Arbeitsmarkt
  • Deutsche Exporte durch Zinsen und Dollar belastet

Eigentlich ist der September nach dem August im langfristigen Durchschnitt der schlechteste Börsenmonat. Doch nicht in jedem Jahr orientiert sich der Aktienmarkt an dieser saisonalen Kurve. In diesem Jahr kam es sogar zu einigen Abweichungen. Vor dem Start in den aktuellen „Crash-Monat“ waren viele Analysten aufgrund des jahreszeitlichen Verlaufs negativ eingestellt. Dies hat allerdings darauf schließen lassen, dass die Gefahr eines Einbruchs im September in diesem Jahr als geringer zu werten ist. Gespannt darf man nun allerdings sein, wenn sich das saisonale Bild für das letzte Quartal wieder deutlich aufhellt. Werden viele Marktteilnehmer dann plötzlich wieder sehr bullish, könnte der für September erwartete Rücksetzer entgegen der Saisonalität in diesem Jahr möglicherweise erst im Oktober stattfinden.

Hohe Aktienkurse, hohe Erwartungen

Im Vorfeld der Saison der Unternehmenszahlen sind die Erwartungen angesichts der hohen Aktiennotierungen nach wie vor hoch. Doch es dürfte immer schwieriger werden, diese hohen Erwartungen noch zu schlagen. Vor allem, wenn sich konjunkturelle Warnsignale erkennen lassen. In den USA ist der private Konsum eine der wichtigsten Stützen der wirtschaftlichen Entwicklung. Dieser war im August zwar erneut positiv, allerdings trübt sich das Bild am Arbeitsmarkt merklich ein. Unternehmen sind deutlich zurückhaltender bei der Schaffung neuer Jobs, womit auch die US-Arbeitslosenquote nach oben zeigt. Entsprechend war auch die Zinssenkung der US-Notenbank allgemein erwartet worden. Gespannt darf man allerdings sein, ob die FED auch an den weiteren Zinsterminen in diesem Jahr weitere Zinssenkungen durchführen wird. Zumindest im Vorfeld gehen die Anleger aktuell mehrheitlich davon aus.

Zinsen & US-Dollar

Die deutsche Exportwirtschaft wird aktuell einerseits durch die US-Zinsen belastet, andererseits wirkt sich auch der extrem schwache US-Dollar negativ auf das Geschäft aus. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation weder bei den Zinsen noch beim US-Dollar in den kommenden Monaten entspannen wird. Dies dürfte bei den ohnehin zuletzt unter Druck geratenen, deutschen Autobauern auch weiterhin zu enttäuschten Reaktionen am Aktienmarkt führen. Da die Autoaktien im DAX ein ordentliches Gewicht einnehmen, sorgt auch dieser Ausblick aktuell nicht unbedingt für die Hoffnung auf eine Fortsetzung der zuletzt unterbrochenen DAX-Aufwärtsbewegung!

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.hebelzertifikate-trader.de

Anzeige

DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 25. Juni liefert die Antwort:

Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

DAX Index

25.000,54 PKT

+ 260,18 PKT +1,05 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: DE0008469008 WKN: 846900

Community Forum zu DAX

Ähnliche Artikel

SAP Aktie: Quartalszahlen am 23. Juli

SAP Aktie: Quartalszahlen am 23. Juli

Earnings ·
Meta Aktie: 90 Prozent Moderation per KI bis 2026

Meta Aktie: 90 Prozent Moderation per KI bis 2026

Nasdaq ·
Silber Preis: 58,31 USD je Feinunze

Silber Preis: 58,31 USD je Feinunze

Forex ·
XRP: Anhörung am 17. Juli

XRP: Anhörung am 17. Juli

Ethereum & Altcoins ·
Equinor Aktie: Argerich-I bleibt Trockenbohrung

Equinor Aktie: Argerich-I bleibt Trockenbohrung

Europa-Märkte ·

Weitere Artikel zu DAX

Alle Artikel anzeigen
77,8 Prozent Auslastung — der Maschinenbau verliert seinen Puffer

77,8 Prozent Auslastung — der Maschinenbau verliert seinen Puffer

Industrie ·
DAX: Asien-Optimismus trifft Trägheit

DAX: Asien-Optimismus trifft Trägheit

Rüstung & Luftfahrt ·
DAX: Micron entscheidet über Donnerstag

DAX: Micron entscheidet über Donnerstag

Rüstung & Luftfahrt ·
60 Tage für den Frieden — und eine Frist, die der Ifo-Index nicht kennt

60 Tage für den Frieden — und eine Frist, die der Ifo-Index nicht kennt

Rohstoffe ·
DAX: KI-Korrektur trifft Frankfurt

DAX: KI-Korrektur trifft Frankfurt

KI & Quantencomputing ·