Die Erste Group präsentiert für das abgelaufene Geschäftsjahr glänzende Zahlen und einen historischen Rekordgewinn. Dennoch müssen Aktionäre einen deutlichen Einschnitt bei der Gewinnausschüttung hinnehmen. Der Grund dafür ist die größte Übernahme der jüngeren Unternehmensgeschichte, die den strategischen Fokus auf den polnischen Markt verschiebt.
Operativ lief es für das Finanzinstitut im Jahr 2025 hervorragend. Angetrieben von einem starken Kundengeschäft in Zentraleuropa kletterte der Nettogewinn auf 3,5 Milliarden Euro. Trotz dieser vollen Kassen schrumpft die geplante Dividende von zuletzt 3,00 Euro auf 0,75 Euro je Anteilsschein. Die Ausschüttungsquote sinkt damit auf rund zehn Prozent.
Verantwortlich für diesen Schritt ist der milliardenschwere Einstieg in Polen. Für rund sieben Milliarden Euro sicherte sich die Bank knapp die Hälfte an der Santander Bank Polska sowie dem dazugehörigen Vermögensverwalter. Da das Management diesen Meilenstein vollständig aus Eigenmitteln und einbehaltenen Gewinnen finanziert, bleibt vorerst spürbar weniger Kapital für die Aktionäre übrig.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Erste Bank?
Integration und Belastungen im Fokus
Für das laufende Jahr 2026 peilt der Vorstand zwar ein Gewinnwachstum je Aktie von über 20 Prozent an, doch der Weg dorthin ist teuer. Neben regulatorischen Bankensteuern von rund 450 Millionen Euro in Ungarn und Rumänien schlagen die polnischen Integrationskosten mit 180 Millionen Euro zu Buche. Zudem wird die harte Kernkapitalquote durch die Erstkonsolidierung kurzfristig sinken. Diese Mischung aus ehrgeizigen Zielen und hohen Einmalkosten hat am Markt zuletzt Spuren hinterlassen. Mit einem Schlusskurs von 90,75 Euro am vergangenen Freitag hat das Papier auf Monatssicht knapp elf Prozent eingebüßt.
Der weitere Kursverlauf hängt nun maßgeblich von der reibungslosen Eingliederung der polnischen Zukäufe ab. Einen ersten konkreten Einblick in die finanzielle Realität nach der Übernahme liefert der Quartalsbericht am 30. April 2026, der erstmals die konsolidierten Zahlen der Erste Bank Polska enthält. Zuvor stimmt die Hauptversammlung am 17. April 2026 in Wien formal über die angepasste Dividende ab, deren Auszahlung für den 24. April angesetzt ist.
Erste Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Erste Bank-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:
Die neusten Erste Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Erste Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Erste Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
