Erste Group Aktie: Radikaler Schnitt besiegelt!

Die Erste Group meldet einen Rekordgewinn, kürzt die Dividende jedoch drastisch, um die Übernahme der Erste Bank Polska aus Eigenmitteln zu finanzieren. Die Hauptversammlung stimmte der Strategie zu.

Felix Baarz ·
Erste Bank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordgewinn von 3,5 Milliarden Euro erzielt
  • Dividende sinkt massiv auf 0,75 Euro je Aktie
  • Übernahme der Erste Bank Polska aus Eigenmitteln
  • Aufsichtsrat um drei internationale Experten erweitert

Starke operative Zahlen, schwache Ausschüttung – bei der Erste Group klaffen Gewinne und Dividende derzeit weit auseinander. Die Hauptversammlung in Wien hat am vergangenen Freitag den harten Schnitt formell abgenickt. Aktionäre müssen die Finanzierung der polnischen Expansion mittragen.

Der Preis der Expansion

Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte Rekordwerte. Der Nettogewinn kletterte auf 3,5 Milliarden Euro. Dennoch sinkt die Dividende massiv: Für 2025 fließen lediglich 0,75 Euro je Aktie an die Anteilseigner. Der Ex-Dividendentag fällt auf den 22. April.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt im Nachbarland. Die Erste Group stemmt die Übernahme der Erste Bank Polska vollständig aus Eigenmitteln. Das erfordert eine deutlich höhere Gewinneinbehaltung. Hinzu kommen Integrationskosten von rund 180 Millionen Euro, die großteils im laufenden Jahr anfallen. Belastend wirken ferner regulatorische Abgaben in Ungarn und Rumänien, die sich auf knapp eine halbe Milliarde Euro summieren.

Die Erstkonsolidierung der polnischen Tochter hinterlässt spürbare Bremsspuren in der Bilanz. Im ersten Quartal schrumpft die harte Kernkapitalquote um rund 460 Basispunkte. Das Management peilt mittelfristig wieder eine Zielquote von 14,25 Prozent an und rechnet mit einer Erholung im Jahresverlauf.

Internationaler Umbau im Aufsichtsrat

Neben den Finanzen baut der Konzern seine Kontrollstrukturen um. Die Aktionäre erweiterten den Aufsichtsrat auf dreizehn gewählte Mitglieder. Drei neue internationale Experten ziehen in das Gremium ein.

Dorota Snarska-Kuman bringt umfangreiche Governance-Erfahrung von Deloitte Polska mit. Roeland Louwhoff deckt als ehemaliger ING-Manager den Bereich der digitalen Transformation ab. Jernej Omahen leitete zuvor das europäische Banken-Research bei Goldman Sachs. Die Personalien unterstreichen den grenzüberschreitenden Anspruch der Bank.

Parallel dazu erhielten die österreichischen Sparkassen grünes Licht für ein neues Erwerbsprogramm. Sie können bis November 2028 ein begrenztes Kontingent an Erste-Group-Aktien aufkaufen. Die Obergrenze liegt bei gut 800.000 Papieren.

Am 30. April präsentiert die Erste Group die Zahlen für das Auftaktquartal. Erstmals fließt die polnische Tochter dann vollständig in die Bilanz ein. Durch die Konsolidierung dürfte das gesamte Kreditvolumen die Marke von 285 Milliarden Euro überschreiten.

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Erste Bank Aktie

107,70 EUR

+ 1,70 EUR +1,60 %
KGV 12,72
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 0,72 %
Marktkapitalisierung 42,34 Mrd. EUR
ISIN: AT0000652011 WKN: 909943

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