Erste Group Aktie: Teurer Rekordgewinn

Die Erste Group meldet einen historischen Nettogewinn von 3,5 Mrd. Euro, kürzt die Dividende jedoch drastisch, um die Milliarden-Übernahme der Santander Bank Polska zu finanzieren. Die Aktie verliert deutlich.

Redaktion Stock-World ·
Erste Bank Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Historischer Jahresgewinn von 3,5 Milliarden Euro
  • Dividende sinkt auf 0,75 Euro je Aktie
  • Finanzierung der Santander Bank Polska Übernahme
  • Aktienkurs verliert über fünf Prozent

Rekordzahlen vermelden und gleichzeitig die Aktionäre enttäuschen – dieses Kunststück gelingt der Erste Group zum Auftakt der neuen Woche. Obwohl die Bank für 2025 einen historischen Gewinn ausweist, werden Anleger zur Kasse gebeten: Die Dividende wird massiv gekürzt, um eine Milliarden-Übernahme in Polen zu finanzieren. Der Markt reagiert prompt und schickt das Papier auf Talfahrt.

Glänzende Zahlen, sinkende Ausschüttung

Operativ hätte das Jahr 2025 kaum besser laufen können. Dank eines robusten Kundengeschäfts in Zentral- und Osteuropa kletterte der Nettogewinn auf 3,5 Milliarden Euro. Sowohl beim Zinsüberschuss (7,8 Milliarden Euro) als auch beim Provisionsergebnis legte das Institut deutlich zu. Doch die Freude über diese Bilanz währt nur kurz.

Das Management entschied sich gegen eine üppige Beteiligung der Aktionäre und für eine strategische Expansion. Die Dividende soll auf lediglich 0,75 Euro je Aktie sinken, um die Übernahme der Santander Bank Polska aus eigener Kraft zu stemmen. Diese Nachricht drückt heute schwer auf die Stimmung: Die Aktie verliert aktuell 5,28 Prozent und notiert bei 94,20 Euro.

Expansion vor Ausschüttung

Die strategische Logik hinter dem Schritt ist klar, aber für Einkommensinvestoren schmerzhaft. Durch die Finanzierung aus Eigenmitteln will die Bank ihre harte Kernkapitalquote von komfortablen 19,3 Prozent schützen und gleichzeitig im größten Markt der CEE-Region, Polen, Fuß fassen. Das Management bezeichnet den Zukauf als Meilenstein und plant bereits das Rebranding zur „Erste Bank Polska“ für das zweite Quartal.

Die Börse bewertet den langfristigen Nutzen derzeit jedoch skeptischer als den kurzfristigen Entgang der Dividende. Mit dem heutigen Kursrutsch summiert sich das Minus der letzten 30 Tage auf fast 14 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 111 Euro vergrößert sich damit spürbar.

Ambitionierter Ausblick

Der Vorstand versucht, den Blick nach vorne zu richten. Für das laufende Jahr 2026 peilt die Bank – inklusive des neuen Polen-Geschäfts – einen Nettogewinn von knapp unter vier Milliarden Euro an. Ob diese Prognose ausreicht, um das Vertrauen der Anleger kurzfristig zurückzugewinnen, wird sich spätestens am 13. März zeigen, wenn der vollständige Jahresfinanzbericht vorgelegt wird. Bis zur Hauptversammlung am 17. April muss das Management Überzeugungsarbeit leisten, dass die „bittere Pille“ der Dividendenkürzung die richtige Medizin für langfristiges Wachstum ist.

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Erste Bank Aktie

104,40 EUR

– 0,80 EUR -0,76 %
KGV 11,39
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 0,72 %
Marktkapitalisierung 42,99 Mrd. EUR
Ø Kursziel 129,22 EUR
ISIN: AT0000652011 WKN: 909943

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