Ethereum: Bitmine kontrolliert 4,8 Prozent
Bitmine hält fast 5% aller Ether, während die Ethereum Foundation ihr Budget um 40% kürzt. Ein neues Bankenkonsortium treibt die Tokenisierung voran.

Kurz zusammengefasst
- Bitmine kontrolliert 5,74 Millionen ETH
- Ethereum Foundation streicht 40% Budget
- Bankenkonsortium für Tokenisierung gestartet
- Kurs erholt sich auf 1.797 US-Dollar
Fast fünf Prozent des gesamten Ethereum-Angebots liegen inzwischen in den Büchern eines einzigen Unternehmens. Während der Kurs sich mühsam von seinem Jahrestief erholt, bauen Bitmine und ein neues Bankenkonsortium parallel massive institutionelle Strukturen auf. Zeitgleich schrumpft die Ethereum Foundation ihr eigenes Budget um 40 Prozent. Zwei Bewegungen, ein Netzwerk — die Frage ist, wer künftig den Ton angibt.
Bitmine kontrolliert fast 5 Prozent des Angebots
Bitmine Immersion Technologies meldete am Montag einen neuen Höchststand: 5,74 Millionen ETH-Token in den eigenen Büchern. Das entspricht rund 4,8 Prozent des gesamten zirkulierenden Angebots von 120,7 Millionen ETH. Damit nähert sich das Unternehmen seinem selbst gesteckten Ziel, fünf Prozent des Angebots zu halten.
Der Gesamtwert der Krypto- und Barreserven liegt bei 11,1 Milliarden US-Dollar. Fast 4,9 Millionen ETH davon sind gestakt — bei aktuellem Kurs ein Gegenwert von rund 8,8 Milliarden US-Dollar. Für das Staking nutzt Bitmine das eigens aufgebaute „Made in America Validator Network“.
Ende Juni schaffte es das Unternehmen zusätzlich in den Russell 1000, einen der wichtigsten Large-Cap-Indizes der USA. Kryptowährungen und traditioneller Aktienmarkt rücken damit ein Stück näher zusammen.
Ein Bankennetzwerk für 250 Billionen Dollar
Am 1. Juli ging eine neue Organisation an den Start: „Ethereum Institutional“. Finanziert von Bitmine, SharpLink und Ethereum-Mitgründer Joe Lubin, soll sie Banken den Einstieg ins Ethereum-Ökosystem erleichtern.
Schon zum Start bringt die Organisation Verbindungen zu über 500 Banken mit. Diese Institute verwalten zusammen ein Vermögen von rund 250 Billionen US-Dollar. Das erklärte Ziel: die Tokenisierung realer Vermögenswerte beschleunigen und On-Chain-Marktinfrastrukturen etablieren.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Börsenreserven von Ethereum sind auf rund 14,5 Millionen Token gefallen — ein historisches Tief. Weniger verfügbare Coins an den Handelsplätzen bedeuten: Zieht die Nachfrage an, könnte der Kurs entsprechend heftiger reagieren.
Die Foundation macht das Gegenteil
Während Unternehmen und Banken aufrüsten, spart die Ethereum Foundation. Berichten von Anfang Juli zufolge strich die Stiftung ihr Budget um 40 Prozent und baute 54 Stellen ab. Mehrere Führungskräfte hatten die Organisation zuvor bereits verlassen.
Die Foundation begründet den Schnitt mit einer Fokussierung auf Kernbereiche: Blockchain-Sicherheit, Skalierbarkeit, Dezentralisierung. Trotz der Kürzungen bleibt sie am Markt aktiv. Am 1. Juli transferierte sie 4.938 ETH im Wert von etwa 7,86 Millionen US-Dollar in Staking-Protokolle — ein Signal, das als Vertrauensbeweis in die eigene Validierungsinfrastruktur gilt.
Kurs kämpft sich zurück, Analysten bleiben skeptisch
Der Ethereum-Kurs notiert aktuell bei 1.797 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Plus von 11,7 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar 14,6 Prozent. Von seinem Jahrestief bei 1.512 US-Dollar aus Anfang Juni hat sich die Erholung bereits deutlich gefestigt.
Der Blick aufs Gesamtjahr relativiert die kurzfristige Freude allerdings schnell. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 40 Prozent, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 4.946 US-Dollar sogar ein Rückgang von fast zwei Dritteln. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 2.258 US-Dollar — gut 20 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Citi passt seine Einschätzung entsprechend nüchtern an. Die Bank senkte am 1. Juli ihr 12-Monats-Kursziel von 3.175 auf 2.240 US-Dollar und rechnet nun mit Netto-ETF-Zuflüssen von null. Begründung: Im Juni flossen 529 Millionen US-Dollar aus den Spot-ETFs ab.
Technische Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 58,7 — weder überkauft noch überverkauft. Der „Fear and Greed Index“ signalisiert mit einem Wert von 12 dagegen weiterhin extreme Angst unter Marktteilnehmern.
Die Marke von 1.800 US-Dollar gilt aktuell als entscheidender Widerstand. Der Kurs bewegt sich mit 1.797 US-Dollar praktisch direkt an dieser Schwelle, nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.802 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben wäre nach drei verlustreichen Quartalen in Folge das erste klare technische Erholungssignal.
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