Ethereum: Glamsterdam hebt Blocklimit auf 200 Millionen

Ethereum-Upgrade Glamsterdam senkt Gebühren um 78 Prozent, während ein Staking-Reformvorschlag die Community spaltet und institutionelle Anleger massiv aufstocken.

Eduard Altmann ·
Abstrakte digitale Ethereum-Netzwerkstruktur in einem High-Tech-Serverraum mit blauem Licht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Glamsterdam-Upgrade steigert Netzwerkkapazität erheblich
  • Transaktionsgebühren sollen um 78 Prozent sinken
  • Staking-Reform EIP-8363 sorgt für Kontroversen
  • BitMine und ETFs treiben institutionelle Nachfrage

Ethereum bereitet sich auf den bedeutendsten technischen Meilenstein seit Jahren vor. Das geplante „Glamsterdam“-Upgrade verspricht radikale Änderungen bei der Transaktionsverarbeitung und der Gebührenstruktur. Parallel dazu spaltet ein kontroverser Vorschlag zur Reform der Staking-Belohnungen die Community.

Effizienzsprung durch Glamsterdam

Die für Ende August 2026 geplante Aktualisierung führt zwei zentrale Protokolländerungen ein. Diese sollen die Block-Erstellung direkt in das System integrieren und die parallele Verarbeitung von Transaktionen ermöglichen. Das technische Limit für die Netzwerkauslastung steigt dabei deutlich von 60 Millionen auf 200 Millionen Einheiten pro Block.

Entwickler erwarten durch diese Optimierungen eine Senkung der Transaktionsgebühren um etwa 78 Prozent. Das käme einer Revolution der Effizienz gleich. Indes bewegen sich die Kosten auf der primären Ebene bereits auf einem niedrigen Niveau, wobei Standard-Überweisungen oft nur Bruchteile eines US-Dollars kosten.

Streit um Staking-Belohnungen

Ein neuer Entwurf namens EIP-8363 sorgt allerdings für Reibung. Joseph Chalom, Chef von SharpLink, kritisierte den Plan zuletzt öffentlich. Der Vorschlag sieht einen Mechanismus vor, der Teile der Belohnungen für Validierer verbrennt, sobald die Menge der hinterlegten Coins im Netzwerk wächst.

Erreicht die Summe des gestakten Ethereums die Marke von gut 60 Millionen Einheiten, könnte die Burn-Rate laut Entwurf auf 100 Prozent steigen. Kritiker fürchten, dass dies die Renditevorteile gegenüber anderen Anlagen schwächt. Bisher sind bereits über 34 Prozent des umlaufenden Bestands im Staking-Vertrag gebunden.

Institutionelles Interesse wächst

Große Akteure nutzen die aktuelle Phase offenbar zum Ausbau ihrer Positionen. Der Investor BitMine hält inzwischen rund 5,8 Millionen ETH — fast fünf Prozent des gesamten Umlaufs. Allein in der ersten Augustwoche kaufte das Unternehmen über 10.000 Einheiten hinzu.

Flankiert wird diese Entwicklung von einer hohen Nachfrage über regulierte US-ETFs. Diese verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von rund 255 Millionen US-Dollar. Es ist einer der stärksten Zeiträume für institutionelles Kapital seit Monaten.

Mit einem aktuellen Kurs von 1.919,21 US-Dollar notiert Ethereum knapp über seinem 100-Tage-Durchschnitt von 1.903,32 US-Dollar. Die Marke von 2.000 US-Dollar gilt nun als der entscheidende psychologische Widerstand für einen nachhaltigen Trendwechsel.

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