Ethereum: Glamsterdam-Upgrade für Q4 2026 geplant
Ethereum-Upgrade Glamsterdam führt Gas-Repricing ein und bereitet Netzwerk auf Quantencomputer vor. Ledger behebt Sicherheitslücke, ETFs verzeichnen Zuflüsse.

Kurz zusammengefasst
- Glamsterdam-Upgrade für Q4 2026 geplant
- Gas-Repricing für neue Adressen
- Testnetz Platåberget gestartet
- Ledger behebt Ethereum-Sicherheitslücke
Während der Ethereum-Kurs seine jüngste Erholung fortsetzt, richtet sich der Blick der Entwickler bereits auf die nächste technische Zäsur: das für das vierte Quartal 2026 geplante Glamsterdam-Upgrade. Es verändert grundlegend, wie Transaktionsgebühren berechnet werden – und bringt Wallet-Anbieter unter Zugzwang.
Neue Gas-Kosten für neue Adressen
Kern der Änderung ist ein Gas-Repricing über die Vorschläge EIP-8037 und EIP-8038. Bislang galt für jede einfache Überweisung ein fixer Wert von 21.000 Gas – eine Konstante, auf die zahlreiche Wallets und Smart Contracts fest programmiert sind. Mit Glamsterdam wird das Senden an eine komplett neue Adresse künftig zusätzliche 183.600 Einheiten einer neuen State-Gas-Dimension kosten.
Überweisungen an bereits bestehende Adressen bleiben bei den gewohnten 21.000 Gas. Entwickler warnen, dass Tooling mit hartkodierten Gas-Limits dadurch brechen kann – Wallet-Anbieter müssen ihre Software entsprechend anpassen, bevor das Upgrade live geht.
Um genau solche Probleme frühzeitig aufzudecken, ist bereits am 20. August das Testnetz Platåberget gestartet. Es dient als erste Testumgebung für das Repricing, bevor die Änderungen die etablierten Testnetze Sepolia und Hoodi erreichen.
Für Sepolia ist die Aktivierung für den 28. September vorgesehen, mit einer Bestätigung des Termins Anfang September. Neben dem Gas-Repricing bringt Glamsterdam weitere strukturelle Neuerungen mit: ein auf 200 Millionen angehobenes Gas-Limit pro Block, das sogenannte ePBS-Verfahren sowie Block-Level Access Lists.
Parallel zur kurzfristigen Protokoll-Baustelle arbeiten Ethereum-Entwickler an einem deutlich langfristigeren Projekt. Sie haben einen Vorschlag zur Neugestaltung des Deposit-Vertrags vorgelegt, der das Netzwerk auf künftige Quantencomputer vorbereiten soll.
Der Entwurf unterstützt variable Längen für öffentliche Schlüssel und Metadaten, entfernt die bisherige Merkle-Tree-Struktur zugunsten des Standards EIP-7685 und sieht einen bewusst irreversiblen Migrationsschalter vor. Schema 0 bleibt dabei weiterhin für die aktuelle BLS-Signatur reserviert, sodass die Umstellung schrittweise erfolgen kann.
Sicherheitslücke bei Ledger geschlossen
Auch abseits der Protokoll-Ebene gab es diese Woche sicherheitsrelevante Nachrichten: Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger hat eine Schwachstelle im Ethereum-Signaturprozess behoben.
Angreifer hätten eine Transaktion während des Genehmigungsvorgangs austauschen können – betroffen war die Grenze zwischen dApp und Ledger-Signatur. Private Schlüssel waren dem Unternehmen zufolge nicht kompromittiert, Nutzer müssen jedoch die Ethereum-App aktualisieren.
Diese Häufung an technischen Weiterentwicklungen fällt in eine Phase, in der institutionelle Anleger dem Netzwerk wieder verstärkt Kapital zuführen. Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten zuletzt sechs Handelstage in Folge Nettozuflüsse mit kumuliert 812,8 Millionen Dollar – auch wenn seit Jahresbeginn unter dem Strich noch ein Abfluss von rund 191,8 Millionen Dollar steht.
Der Kurs notiert aktuell bei 2.448,11 Dollar und damit noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4.796,35 Dollar aus dem August 2025 – ein Abstand von 49 Prozent, der zeigt, wie viel Boden trotz der jüngsten Erholung noch aufzuholen ist.
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