Ethereum bekommt den Gegenwind gerade nicht aus dem Chart, sondern aus den USA. Unerwartet starke Inflationssignale haben die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen gedämpft – und damit die Risikofreude im gesamten Kryptomarkt getroffen. Der spannende Punkt: Trotz der Nervosität zeigen einzelne Indikatoren weiter Kaufinteresse aus den USA.
US-Inflationsdaten drücken auf Risiko-Appetit
Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung war der neue US-Erzeugerpreisindex (PPI). Für Januar lag der PPI bei 2,9% im Jahresvergleich und damit über den erwarteten 2,6%. Auch der Kern-PPI fiel mit 3,6% hoch aus. Genau solche Daten nähren die Sorge, dass die US-Notenbank Zinssenkungen eher später als früher liefert – ein Giftcocktail für riskante Assets.
Die Reaktion folgte prompt: Der Kryptomarkt drehte nach unten, und stark gehebelte Positionen wurden aus dem Markt gespült. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut Bericht Positionen im Umfang von 260 Mio. US-Dollar liquidiert, betroffen waren rund 96.000 Trader. Besonders bei Ethereum-Derivaten schlug das durch: bis zu 86,5 Mio. US-Dollar an Liquidationen, überwiegend Long-Positionen.
Institutionelle Signale: ETF-Zuflüsse, aber kein Selbstläufer
Trotz der Volatilität sendet der US-Markt gemischte, aber nicht nur negative Signale. Der Coinbase Premium Index drehte ins Positive und erreichte den höchsten Stand seit Mitte Dezember – ein Hinweis auf Kaufdruck durch US-basierte Marktteilnehmer während des Rücksetzers.
Auch US-Spot-ETH-ETFs verzeichneten drei Tage in Folge Nettozuflüsse, darunter 6,5 Mio. US-Dollar am Donnerstag. Gleichzeitig bleibt das größere Bild ernüchternd: Seit Oktober stehen diese Produkte insgesamt bei 3,3 Mrd. US-Dollar Nettoabflüssen. Im Derivatebereich stieg zudem das Open Interest um 500.000 ETH auf 12,70 Mio. ETH – ein Zeichen, dass wieder mehr Positionierung aufgebaut wird, auch wenn die Richtung damit noch nicht feststeht.
On-Chain: Uniswap treibt Ausbau – Layer-2 zieht Gebühren an
Auf der Blockchain selbst ist der Betrieb alles andere als eingeschlafen. Die Uniswap-DAO stimmt noch bis zum 4. März darüber ab, den sogenannten Fee Switch auf acht Layer-2-Netzwerke sowie alle verbleibenden v3-Pools auf Ethereum auszuweiten. Dieses Modell leitet einen Teil der Handelsgebühren an Tokenhalter weiter, die ihre Assets „burnen“. Seit der Aktivierung Ende Dezember sollen auf dem Ethereum-Mainnet damit bereits 3,3 Mio. US-Dollar generiert worden sein.
Auffällig ist zudem, wie stark sich Gebührenströme Richtung Skalierungslösungen verschieben. Seit Jahresbeginn 2026 kamen auf dem Ethereum-Mainnet 37 Mio. US-Dollar an Gebühren zusammen. Das Layer-2-Netzwerk Base lag im selben Zeitraum mit 55 Mio. US-Dollar darüber.
Zum Wochenabschluss stand ETH bei 2.027,30 US-Dollar, auf 30-Tage-Sicht bleibt das Minus mit -32,90% jedoch deutlich.
Fazit: Ethereum läuft im Gleichschritt mit Aktien
Die Kursbewegung passt zum Makro-Bild: Digitale Assets reagierten wie klassische Risikoanlagen. Auch Nasdaq 100 und S&P 500 gaben nach den Inflationsdaten nach – ein weiterer Beleg für die enge Kopplung von Krypto an die Zins- und Konjunkturerwartungen. Kurzfristig dürfte damit weniger die On-Chain-Dynamik, sondern vor allem die US-Datenlage den Takt vorgeben, während der Uniswap-DAO-Entscheid am 4. März ein konkreter nächster Termin auf der Krypto-Seite ist.
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