Ethereum will 2026 einen heiklen Punkt direkt im Protokoll lösen: Transaktionen sollen sich künftig deutlich schwerer zensieren lassen. Entwickler haben dafür FOCIL als zentrale Neuerung der geplanten Hegotá-Aktualisierung festgezurrt. Das klingt technisch – ist aber eine Grundsatzentscheidung darüber, wie „neutral“ das Netzwerk im Alltag wirklich bleibt.
Warum FOCIL für Ethereum so wichtig ist
Heute läuft die Blockproduktion bei Ethereum stark über spezialisierte Block-Builder. Das ist effizient, schafft aber einen Engpass: Wenn einzelne Builder bestimmte Transaktionen nicht aufnehmen wollen – etwa aus regulatorischen Gründen oder aus Eigeninteresse – können diese verzögert werden oder im Extremfall außen vor bleiben.
FOCIL (EIP-7805) setzt genau dort an. Pro Block werden 17 Validatoren zufällig ausgewählt, die jeweils Listen mit gültigen Transaktionen aus dem öffentlichen Mempool einreichen. Blockproduzenten müssen diese Transaktionen dann einbauen – andernfalls riskiert der Block, vom Netzwerk abgelehnt zu werden. Die Idee dahinter: Keine einzelne Partei kontrolliert die Liste, und gültige Transaktionen sollen so typischerweise innerhalb von ein bis zwei Slots in einen Block kommen – selbst wenn einzelne Akteure querstellen.
Hegotá bringt noch mehr als Zensur-Resistenz
FOCIL kommt nicht allein. Parallel soll mit EIP-8141 ein zweiter Baustein in Hegotá landen, der fortgeschrittene Wallet- und Account-Funktionen stärker „nativ“ im Protokoll verankert. Genannt werden unter anderem Smart-Contract-Wallets, Multisig-Setups, quantenresistente Wallets und Privacy-Tools. Unterm Strich verschiebt Ethereum damit mehr Funktionalität aus der „Zusatz-Infrastruktur“ direkt in die Basisschicht.
Auch Vitalik Buterin stellte sich öffentlich hinter FOCIL und rahmte die Entscheidung als Rückbesinnung auf ein prinzipientreues, „cypherpunk“-nahes Ethereum. Gleichzeitig gibt es Widerspruch: Der Entwickler Ameen Soleimani warnte, dass ein erzwungenes Einbinden von Transaktionen sanktionierter Adressen rechtliche Risiken für Validatoren erhöhen könnte. Genau hier zeigt sich der Zielkonflikt zwischen technischer Neutralität und regulatorischer Realität.
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Fahrplan 2026 und Marktumfeld
FOCIL ist Teil eines 2026er-Doppeltakts. Zuerst soll in der ersten Jahreshälfte „Glamsterdam“ kommen – mit Fokus auf ePBS (EIP-7732), höheren Gas-Limits in Richtung und über 100 Millionen sowie Skalierung der Blob-Parameter. Hegotá folgt dann in der zweiten Jahreshälfte und soll ePBS, FOCIL und „native Account Abstraction“ zu einem größeren Paket gegen Zensur und für bessere Nutzerfunktionen verbinden.
Der Ausbau trifft allerdings auf ein angespanntes Marktumfeld: Ethereum steht heute bei 1.846,64 USD und damit 5,50% im Minus. Die technische Roadmap wirkt ambitioniert – doch kurzfristig ringen viele Anleger eher mit Risikoaversion als mit Protokoll-Features.
Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 wird sich deshalb weniger an Schlagzeilen als an Umsetzung messen, wie viel Rückenwind FOCIL wirklich bringt: Entscheidend wird, ob die Client-Teams die Änderungen stabil in Konsens- und Ausführungsebene integriert bekommen – und ob sich die rechtlichen Grauzonen rund um „Force-Inclusion“ praktisch handhaben lassen.
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