European Lithium Aktie: Gericht eröffnet Übernahmeverfahren
European Lithium erreicht am 15. September einen wichtigen Verfahrensschritt, während Fusion und Investitionsentscheidung für Wolfsberg später erwartet werden.

Kurz zusammengefasst
- Gericht befasst sich mit Übernahmeverfahren
- Aktionärstreffen für Oktober vorgesehen
- Fusion für November anvisiert
- Investitionsentscheidung frühestens Ende 2026
Das Oberste Gericht von Western Australia hat den ersten Gerichtstermin im Übernahmeverfahren zwischen European Lithium und Critical Metals Corp auf den 15. September 2026 festgelegt. Bei dieser Anhörung soll das Gericht die Freigabe für den Versand des Scheme Booklet sowie die Einberufung der Aktionärs- und Optionsinhaberversammlungen erteilen. Damit rückt der nächste formale Meilenstein der Übernahme in greifbare Nähe.
Zeitplan mit engem Korsett
Nach aktuellem Fahrplan sollen die Abstimmungstreffen der European-Lithium-Aktionäre und Optionsinhaber Mitte Oktober 2026 stattfinden. Die endgültige Umsetzung der Fusion und die vollständige Übernahme des Wolfsberg-Lithiumprojekts durch Critical Metals Corp ist für Anfang November 2026 anvisiert – ein Zeitpunkt, der bereits eine Verschiebung gegenüber dem ursprünglich für September geplanten Termin darstellt. Der Gerichtstermin am 15. September bildet somit den Startpunkt einer Kette weiterer Prozessschritte, die bis in den Spätherbst reicht.
Parallel zum Verfahrensfortschritt bleibt die im vergangenen Monat vereinbarte Umtauschstruktur unverändert in Kraft: Statt eines festen Verhältnisses von 0,035 Aktien gilt inzwischen eine variable Quote mit Ober- und Untergrenze. Liegt der 20-Tage-VWAP von Critical Metals bei oder unter 8,00 US-Dollar, erhalten European-Lithium-Aktionäre maximal 0,045 CRML-Aktien je Anteil.
Steigt der VWAP auf 16,00 US-Dollar oder darüber, sinkt die Quote auf minimal 0,025 Aktien. Das unabhängige Board-Komitee von European Lithium hatte diese Struktur trotz des Wechsels von einer festen zu einer variablen Quote weiterhin zur Zustimmung empfohlen.
Wolfsberg bleibt Kernvermögenswert
Im Hintergrund des Übernahmeprozesses steht das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich, das laut Unternehmensangaben nach wie vor die einzige vollständig genehmigte Lithiummine Europas ist und damit auf die Ziele des EU-Rohstoffgesetzes für heimische Versorgung einzahlen soll.
Allerdings verzögert sich die finale Investitionsentscheidung für das Projekt: Nach einem österreichischen Bundesverwaltungsgerichtsurteil, das eine zentrale Umweltgenehmigung aufgehoben hatte, rechnet das Management nun frühestens Ende 2026 mit dieser Entscheidung.
Diese Verzögerung fällt zeitlich mit der ebenfalls verschobenen Fusionsumsetzung zusammen und dürfte für Anleger ein zusätzlicher Beobachtungspunkt sein, da der Wert des Projekts die Grundlage der gesamten Transaktion bildet.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Aktie von European Lithium notiert aktuell bei 0,2230 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag. Der Titel bewegt sich weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 0,1721 Euro, hat sich vom 52-Wochen-Tief bei 0,0482 Euro aber bereits weit entfernt.
Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, erreicht am 2. Juni 2026, fehlen der Aktie derzeit noch rund 27 Prozent. Der festgelegte Gerichtstermin dürfte in den kommenden Wochen als nächster konkreter Prüfstein für die Kursentwicklung dienen, da er den formalen Startschuss für die entscheidende Abstimmungsphase der Aktionäre markiert.
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