European Lithium baut den Konzern radikal um und setzt dabei auf Diversifikation und volle Kassen. Neben der überraschenden Übernahme eines Titan-Produzenten und einem millionenschweren Anteilsverkauf muss das Management jedoch auch regulatorische Hürden beim Hauptprojekt in Österreich bewältigen. Gelingt der Spagat zwischen Expansion und den Herausforderungen im Kerngeschäft?
Einstieg in den Titan-Markt
Das Unternehmen weitet seinen Fokus über den Lithium-Sektor hinaus aus. Am 27. Januar unterzeichnete European Lithium eine verbindliche Vereinbarung zur vollständigen Übernahme der US-basierten Velta Holding. Der Deal wird komplett über Aktien abgewickelt, wofür rund 173 Millionen neue Papiere ausgegeben werden.
Mit diesem Schritt sichert sich European Lithium Zugriff auf Titan-Minen und Verarbeitungsanlagen in der Ukraine. Velta deckt schätzungsweise zwei Prozent des weltweiten Marktes für Titanrohstoffe ab und gilt als strategisch wichtiges Projekt im Rahmen der Rohstoffvereinbarung zwischen den USA und der Ukraine. Die Akquisition zielt darauf ab, kritische Materialien für die Verteidigungs-, Luftfahrt- und Medizinindustrie zu liefern.
Finanzpolster massiv aufgestockt
Um die Liquidität zu sichern, trennte sich European Lithium von einem Teil seines Tafelsilbers. Durch den Verkauf von fünf Millionen Aktien der Critical Metals Corp am 20. Januar flossen netto rund 124 Millionen AUD in die Kasse.
Die verfügbare Liquidität beläuft sich damit auf komfortable 322 Millionen AUD. Trotz dieser Transaktion bleibt European Lithium mit einem Paket von 48 Millionen Aktien und einem Anteil von 39,5 Prozent der dominierende Ankeraktionär bei Critical Metals. Der Marktwert dieses verbleibenden Anteils lag zum Stichtag bei rund 879 Millionen USD.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
* Übernahme Velta: ~173 Mio. neue Aktien (All-Scrip-Deal)
* Verkaufserlös: ~124 Mio. AUD durch Verkauf von Critical Metals Anteilen
* Liquidität: ~322 Mio. AUD gesamt verfügbar
* Restbeteiligung: 39,5 % an Critical Metals Corp
Licht und Schatten beim Projekt Wolfsberg
Während die Kasse klingelt, gibt es Bewegung im Aktionariat und beim österreichischen Vorzeigeprojekt. Morgan Stanley ist nach einer Reihe von Transaktionen Ende Januar nicht mehr als wesentlicher Anteilseigner an Bord.
Beim Lithium-Projekt Wolfsberg verschafften die österreichischen Behörden dem Unternehmen indes Luft: Die Bergbaulizenz wurde um zwei Jahre verlängert. Damit hat das Management nun bis Ende 2026 Zeit, eine finale Entscheidung über den Start des kommerziellen Abbaus zu treffen. Diese Fristverlängerung ermöglicht eine genauere Prüfung der Wirtschaftlichkeit in einem volatilen Marktumfeld.
Allerdings bleibt eine juristische Hürde bestehen. Der österreichische Verwaltungsgerichtshof kippte im Dezember eine Genehmigung, die das Projekt ursprünglich von einer vollumfänglichen Umweltverträglichkeitsprüfung befreit hatte. Die regionalen Behörden müssen den Sachverhalt nun erneut prüfen, was den Zeitplan belasten könnte.
Fazit
European Lithium nutzt die Erholung der Lithiumpreise für einen umfassenden strategischen Umbau. Die Kombination aus hoher Liquidität und dem Einstieg in den Titanmarkt senkt das Klumpenrisiko, während die verlängerte Lizenz in Österreich Zeit verschafft. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte nun sein, wie schnell die regulatorischen Fragen in Wolfsberg geklärt werden können und ob die Integration von Velta reibungslos verläuft.
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