Eutelsat Aktie: 10,25-Prozent-Sturz auf 2,58 Euro
Trotz neuem Millionenvertrag in Angola bricht die Eutelsat-Aktie ein. Grund sind Sicherheitsprüfungen in Indien, die den gesamten Sektor belasten.

Kurz zusammengefasst
- Neuer LEO-Vertrag in Angola
- Indische Sicherheitsprüfung belastet
- Aktie verliert über zehn Prozent
- Jahreszahlen im August erwartet
Gute Nachricht, schlechte Kursentwicklung: Eutelsat schließt einen Millionenvertrag über LEO-Satellitendienste in Angola ab – die Aktie bricht dennoch um über zehn Prozent ein. Der Grund liegt nicht im afrikanischen Geschäft, sondern in einer ganz anderen Himmelsrichtung.
Neue Partnerschaft in Angola
Eutelsat hat mit Mercury, einer Tochter des Sonangol-Konzerns, einen mehrjährigen Vertrag geschlossen. Es geht um die Ausweitung der OneWeb-LEO-Dienste in Angola. Das Unternehmen zielt auf Firmenkunden, Offshore-Betreiber, den öffentlichen Sektor und Telekommunikationsanbieter.
Bemerkenswert: Eutelsat ist derzeit der einzige lizenzierte LEO-Betreiber in Angola. Vor Ort gibt es bereits eine eigene Bodenstation und einen lokalen Netzwerkknoten. Die Vereinbarung soll die wachsende Nachfrage nach sicherer Konnektivität mit niedriger Latenz bedienen – besonders für Offshore-Einsätze und Regierungsdienste.
Indische Regulierungsprüfung belastet
Währenddessen macht eine andere Entwicklung die Runde. Das indische Innenministerium hat eine umfassende Prüfung globaler Satellitenkonstellationen eingeleitet. Betroffen sind Eutelsat-OneWeb, Starlink und das SES-Jio-Gemeinschaftsunternehmen.
Im Fokus steht das Problem der „Signal Spillage“ – unbeabsichtigte Funkemissionen, die in Nachbarterritorien oder nicht lizenzierte Frequenzen ausstrahlen. Eutelsat-OneWeb besitzt zwar bereits eine GMPCS-Lizenz in Indien. Die Sicherheitsprüfung des Ministeriums bringt jedoch zusätzliche Unsicherheit für alle Nicht-Fernsehsatellitenbetreiber in der Region.
Kurssturz und technische Signale
Die Aktie fiel am Dienstag um 10,25 Prozent auf 2,58 Euro. Am Montag schloss sie noch bei 2,88 Euro. Damit notiert der Titel 44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,62 Euro, das Ende Mai erreicht wurde.
Der RSI liegt bei 37,2 Punkten – nah an der überverkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 108 Prozent extrem hoch. Positiv: Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von 44 Prozent.
Ausblick auf die Zahlen
Connectivity-Dienste machen inzwischen rund 55 Prozent des operativen Umsatzes aus. Der Konzern hat den Wandel vom klassischen GEO-Video-Broadcasting hin zu schnellen LEO-Diensten damit weit vorangetrieben.
Ob das reicht, um die Bewertung zu stabilisieren, zeigen die Jahreszahlen 2025/26. Eutelsat legt sie voraussichtlich im August vor. Der Markt wartet auf klare Signale, ob neue internationale Verträge und wachsende LEO-Erlöse den Kurs nachhaltig stützen können.
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