Eutelsat Aktie: 1,2 Milliarden CapEx geplant
Eutelsat steigert LEO-Umsatz um 69,5 Prozent, doch Milliardeninvestitionen und sinkende Marge drücken den Aktienkurs deutlich.

Kurz zusammengefasst
- LEO-Umsatz wächst um 69,5 Prozent
- EBITDA-Marge sinkt auf 51,2 Prozent
- Milliardenschwere Investitionen in OneWeb-Ausbau
- Nettoverschuldung halbiert sich auf 1,465 Milliarden
Der Satellitenbetreiber Eutelsat befindet sich in einer Phase des massiven strukturellen Umbaus. Die jüngst vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025-26, das am 30. Juni endete, verdeutlichen den strategischen Schwenk in Richtung der Low-Earth-Orbit-Technologie (LEO).
Während das neue Segment ein deutliches Wachstum verzeichnet, belasten die notwendigen Investitionen und ein Margenrückgang das Vertrauen der Anleger. Am heutigen Mittwoch notiert die Aktie bei 1,97 Euro, was einem Rückgang von -3,7 % entspricht. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf nunmehr -57 %.
Deutliches Wachstum im LEO-Segment
Laut Unternehmensangaben konnte Eutelsat im vergangenen Geschäftsjahr im LEO-Bereich einen Umsatzsprung von 69,5 % auf 297 Millionen Euro erzielen. Dieses Segment macht mittlerweile rund 25 % des Gesamtumsatzes aus. Der Konzernumsatz belief sich insgesamt auf 1,236 Milliarden Euro, was auf vergleichbarer Basis einem Plus von 3,0 % entspricht. Trotz dieser operativen Fortschritte im Neugeschäft geriet die Rentabilität unter Druck.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag im abgelaufenen Turnus bei 51,2 %, nachdem sie in früheren Perioden teils deutlich höher ausgefallen war. Dieser Wert blieb hinter den ursprünglichen Erwartungen des Marktes zurück, die laut Medienberichten bei etwa 52,4 % gelegen hatten. Der Auftragsbestand des Unternehmens wurde zum Stichtag mit 3,4 Milliarden Euro angegeben, was rechnerisch einer Auslastung von etwa 2,7 Jahren entspricht.
Hoher Kapitalbedarf für Flottenerweiterung
Ein wesentlicher Faktor für die verhaltene Reaktion der Märkte ist der hohe Investitionsbedarf (CapEx). Für das kommende Geschäftsjahr 2026-27 stellt das Management Ausgaben in Höhe von 1,2 Milliarden Euro in Aussicht. In der mittelfristigen Planung bis zum Jahr 2029 sieht das Unternehmen kumulierte Investitionen von rund 4 Milliarden Euro vor. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Erweiterung des OneWeb-Netzwerks.
Wie das Unternehmen mitteilte, soll die bestehende Konstellation bis zum Jahr 2034 durch 229 zusätzliche Satelliten verstärkt werden. Dieses Vorhaben ergänzt die bereits beschafften 440 Einheiten und erfordert Investitionen von schätzungsweise einer Milliarde Euro.
Parallel dazu engagiert sich Eutelsat im Rahmen des SpaceRISE-Konsortiums als führendes Unternehmen im LEO-Segment des europäischen IRIS²-Programms, das eine souveräne Konnektivitätsinfrastruktur für Europa schaffen soll.
Trotz der hohen Ausgaben konnte Eutelsat die Bilanz zuletzt stabilisieren. Die Nettoverschuldung sank deutlich von 2.727 Millionen auf 1.465 Millionen Euro, was primär auf die Nettoerlöse aus einer Kapitalerhöhung zurückzuführen ist.
Zudem erwartet das Unternehmen Zahlungen in Höhe von 504 Millionen US-Dollar als Entschädigung für die Freigabe von C-Band-Frequenzen in den USA. Für das nächste Jahr rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Umsatzplus von über 30 % im LEO-Bereich, während die EBITDA-Marge stabil bei etwa 51 % verharren dürfte.
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