Eutelsat Aktie: 21 Prozent Minus trotz WM-Deal
Eutelsat sichert sich WM-Übertragung in Ultra-HD, verliert aber weiter an Börsenwert. Das Konnektivitätsgeschäft wächst, während Videoerlöse sinken.
Kurz zusammengefasst
- WM 2026 in 4K über Fransat
- Videoerlöse sinken um 13 Prozent
- Konnektivität wächst deutlich
- Aktie fällt 21 Prozent in einer Woche
Eutelsat hat einen prestigeträchtigen Auftrag gewonnen — und verliert trotzdem massiv an Börsenwert. Die Aktie schloss am Freitag bei 3,05 Euro, rund 21 Prozent unter dem Stand der Vorwoche. Gute Nachrichten aus dem Vertrieb reichen offenbar nicht, um die Sorgen der Investoren zu zerstreuen.
WM in 4K über Fransat
Die M6 Group überträgt die FIFA-WM 2026 live und in Ultra-HD über Fransat, Eutelsats Satelliten-Plattform für französische Frei-TV-Kanäle. Vom 11. Juni bis zum 19. Juli können Zuschauer in Frankreich die Spiele in 4K auf Kanal 56 verfolgen — vorausgesetzt, sie nutzen kompatible Fransat-Geräte.
Das Turnier ist das erste mit 48 statt bisher 32 Teams. Die Zahl der Partien steigt von 64 auf 104. Für Satellitenbetreiber wie Eutelsat ist das ein Argument: 4K-Übertragungen brauchen deutlich mehr Bandbreite als HD-Streams. Terrestrische Netze stoßen dabei schneller an Grenzen.
Video schrumpft, Konnektivität wächst
Das WM-Geschäft illustriert ein grundlegendes Problem. Eutelsat verdient im klassischen Video-Segment immer weniger. Im dritten Quartal sanken die Video-Erlöse um 13,3 Prozent auf 128 Millionen Euro — unter anderem wegen weggefallener Verträge auf russischen Satelliten.
Das Konnektivitätsgeschäft läuft in die andere Richtung. Die Erlöse dort stiegen um 15,3 Prozent auf 155,7 Millionen Euro. LEO-Dienste über das OneWeb-Netz legten sogar 65 Prozent zu. Rund 600 Flugzeuge nutzen bereits OneWeb-Systeme, 15 Airlines haben Verträge unterzeichnet. Japan Airlines entschied sich im Quartal für ein kombiniertes GEO-LEO-System. In der Schifffahrt stehen mehr als 1.000 Schiffe in der Deployment-Pipeline.
Kurs weit unter dem Jahreshoch
Die operativen Fortschritte kommen an der Börse nicht an. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,62 Euro Ende Mai ist die Aktie inzwischen 34 Prozent entfernt. Auf Jahressicht liegt sie dennoch rund 70 Prozent im Plus — das Tief im Dezember lag bei 1,59 Euro.
Profitabilität bleibt vorerst aus. Eutelsat investiert weiter massiv in den Umbau zum Konnektivitätsanbieter. Die Kapitalausgaben sollen im laufenden Geschäftsjahr rund 900 Millionen Euro erreichen. Das drückt auf die EBITDA-Marge.
Das Management hält an seinen Zielen fest: LEO-Erlöse sollen im Jahresvergleich um 50 Prozent wachsen, die Gesamterlöse in etwa auf Vorjahresniveau bleiben. Langfristig peilt Eutelsat bis zum Geschäftsjahr 2028/29 Umsätze von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro an — bei einer EBITDA-Marge von mindestens 65 Prozent.
Am 30. Juni endet das laufende Geschäftsjahr. Dann zeigt sich, ob Eutelsat die eigenen Ziele tatsächlich erreicht hat — und ob das den Druck auf den Kurs lindert.