Eutelsat Aktie: 3,4 Milliarden Euro Auftragsbestand

Eutelsat-Aktie verliert in einer Woche über 22 Prozent, bleibt aber im Jahresverlauf deutlich im Plus. Das LEO-Geschäft wächst, während die Videoerlöse weiter sinken.

Redaktion Stock-World ·
Eine Satellitenschüssel vor dem Hintergrund der Erde aus dem Weltraum, die robuste Kommunikationsinfrastruktur darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wöchentlicher Kursverlust von über 22 Prozent
  • LEO-Satellitenverbindungen legen um 65 Prozent zu
  • Videogeschäft schrumpft strukturell um 13,3 Prozent
  • Jahreszahlen werden im August 2026 erwartet

Innerhalb einer einzigen Woche hat die Eutelsat-Aktie fast ein Viertel ihres Wertes verloren. Der Schlusskurs von 3,05 Euro am Freitag markiert einen Rückgang von über 22 Prozent in sieben Tagen — und das kurz vor dem Geschäftsjahresende am 30. Juni. Wer den Jahresstart verfolgt hat, kennt die andere Seite dieser Geschichte: Seit Januar liegt das Papier immer noch rund 70 Prozent im Plus.

LEO wächst, Video schrumpft

Hinter dem Kursrücksetzer steckt kein neues Fundamentalproblem — das Spannungsfeld ist bekannt. Im dritten Quartal (Zahlen aus Mai 2026) stiegen die Gesamterlöse auf 293 Millionen Euro, ein Plus von 3,1 Prozent auf vergleichbarer Basis. Der eigentliche Treiber: LEO-Satellitenverbindungen legten um 65 Prozent zu. Connectivity-Dienste machen inzwischen 55 Prozent der operativen Erlöse aus, Regierungs- und Mobilitätssegmente wachsen zweistellig.

Das Gegengewicht ist das klassische Videogeschäft. Dessen Erlöse sanken im Jahresvergleich um 13,3 Prozent — ein struktureller Rückgang, der sich nicht aufhalten lässt, nur kompensieren.

Jahresziele bestätigt, Blick auf August

Für das laufende Geschäftsjahr hält das Management an seinen Zielen fest. Die operativen Erlöse sollen in etwa auf Vorjahresniveau bleiben, LEO-Umsätze rund 50 Prozent zulegen. Die bereinigte EBITDA-Marge wird leicht unter dem Vorjahr erwartet — Folge des Wandels hin zu margenschwächeren Connectivity-Diensten.

Der Auftragsbestand von 3,4 Milliarden Euro per Ende März entspricht 2,8 Jahren gesicherter Einnahmen. Connectivity-Verträge stellen bereits 58 Prozent davon — ein Hinweis, dass die Strategie in reale Abschlüsse mündet.

Die Jahreszahlen folgen im August 2026. Dann wird sich zeigen, ob das 50-Prozent-LEO-Wachstum tatsächlich geliefert wurde — und wie der Markt das bewertet.

IRIS² als langfristiger Joker

Über das laufende Geschäftsjahr hinaus bleibt das europäische Satellitenprogramm IRIS² ein wesentlicher Faktor. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 10,6 Milliarden Euro wird vom SpaceRISE-Konsortium aus Eutelsat, SES und Hispasat umgesetzt. Öffentliche Mittel decken 60 Prozent der Kosten ab, Eutelsat plant einen eigenen Beitrag von rund 2 Milliarden Euro. Im Konsortium übernimmt Eutelsat die LEO-Kapazität, SES verantwortet die mittlere Erdumlaufbahn.

Für 2028-29 peilt das Unternehmen operative Erlöse zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro an, bei einer EBITDA-Marge von mindestens 65 Prozent.

Technisch zwischen Hoch und Boden

Der Kurs von 3,05 Euro liegt rund 34 Prozent unter dem Mai-Hoch von 4,62 Euro, aber noch deutlich über dem Dezember-Tief von 1,59 Euro. Mit einem RSI von 44 und einer annualisierten Volatilität von über 100 Prozent ist die Aktie weder überverkauft noch stabil. Die Augustzahlen werden der nächste echte Prüfstein sein — mit der Frage, ob das LEO-Wachstum die Bewertung trägt oder der Markt eine weitere Neubewertung vornimmt.

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Eutelsat Aktie

1,80 EUR

+ 0,16 EUR +9,45 %
KGV —
KUV 1,34
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 2,11 Mrd. EUR
Ø Kursziel 2,27 EUR
ISIN: FR0010221234 WKN: A0HGPT

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