Eutelsat Aktie: Deal gestoppt

Der französische Staat verhindert den Verkauf von Eutelsats Bodeninfrastruktur. Der Konzern muss seine Finanzprognosen anpassen, da 550 Millionen Euro Erlös wegfallen und die Verschuldung steigt.

Redaktion Stock-World ·
Eutelsat Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Verkauf der Bodeninfrastruktur an EQT gescheitert
  • Fehlender Erlös von rund 550 Millionen Euro
  • Erwartete Verschuldung steigt auf etwa 2,7-faches EBITDA
  • Prognostizierte EBITDA-Marge für 2028/29 auf 65% angehoben

Frankreich zieht bei Eutelsat die Sicherheitskarte – und stoppt damit den seit 2024 geplanten Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an den Investor EQT. Für Anleger ist das mehr als Symbolpolitik: Der Konzern muss seine Finanzprognosen anpassen, weil ein wichtiger Mittelzufluss wegfällt. Was bedeutet der Eingriff konkret für Verschuldung und Margen?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
– Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an EQT scheitert, weil Bedingungen nicht erfüllt wurden
– Rund 550 Mio. Euro Nettoerlös fließen damit nicht zu
– Neue Erwartung Net Debt/EBITDA Ende GJ 2025/26: ca. 2,7x (zuvor 2,5x)
– Neue Prognose EBITDA-Marge GJ 2028/29: ca. 65% (zuvor ca. 60%)

Warum der Staat den Verkauf blockiert

Eutelsat teilte am Donnerstag mit, dass die Transaktion nicht zustande kommt. Am Freitag lieferte Finanzminister Roland Lescure die politische Begründung: Die Antennen würden sowohl für zivile als auch militärische Kommunikation genutzt. Entsprechend gehe es um nationale Sicherheitsinteressen und französische Souveränität.

Lescure nannte Eutelsat zudem den einzigen europäischen Konkurrenten zu Starlink und stufte das Unternehmen damit als strategisch wichtig ein. Auf Bluesky betonte er, die Entscheidung richte sich nicht gegen EQT, sondern gegen den Verkauf einer aus Sicht des Staates kritischen Infrastruktur.

Prognosen rücken nach: weniger Mittel, höhere Marge

Finanziell ist vor allem der ausbleibende Erlös entscheidend: rund 550 Millionen Euro Nettozufluss aus dem Verkauf fallen weg. Das wirkt sich direkt auf den erwarteten Verschuldungsgrad aus. Eutelsat rechnet zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 nun mit einem Net Debt/EBITDA von etwa 2,7x, nachdem zuvor 2,5x angepeilt wurden.

Gleichzeitig hebt das Unternehmen die Margenerwartung für später an: Für 2028/29 liegt die prognostizierte EBITDA-Marge nun bei rund 65% statt zuvor etwa 60%. Als Grund nennt Eutelsat Einsparungen durch wegfallende Leasingkosten. Über drei Jahre soll das laut Verweis auf diese Effekte zu plus 5 Prozentpunkten bei der Marge beitragen.

Eutelsat hält außerdem fest, dass die Nicht-Durchführung der Transaktion die Finanzierung der Investitionsausgaben für das strategische Wachstum nicht beeinträchtige.

Staatlicher Einfluss und OneWeb-Ausbau als Kontext

Der staatliche Einfluss ist greifbar: Frankreich hält 29,6% an Eutelsat. Zusätzlich besteht ein Zehnjahresvertrag mit der französischen Armee über 1 Milliarde Euro für Satellitendienste – ein weiterer Hinweis auf die militärische Relevanz.

Unabhängig vom gestoppten Bodeninfrastruktur-Deal hatte Eutelsat zudem Mitte Januar einen Großauftrag an Airbus vergeben: 340 weitere OneWeb-Satelliten. Zusammen mit einer früheren Bestellung von 100 Einheiten umfasst der Gesamtauftrag 440 Satelliten, die ab Ende 2026 ausgeliefert werden sollen. Ziel ist laut Unternehmen die Betriebskontinuität der OneWeb-Konstellation, die derzeit mehr als 600 Satelliten umfasst.

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Eutelsat Aktie

1,78 EUR

– 0,04 EUR -1,95 %
KGV —
KUV 1,34
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 2,10 Mrd. EUR
Ø Kursziel 2,27 EUR
ISIN: FR0010221234 WKN: A0HGPT

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