Eutelsat Communications verzeichnet einen Kurssprung von über 10 Prozent. Der Satellitenbetreiber legte heute solide Halbjahreszahlen vor und kann vor allem mit einer deutlich gestärkten Bilanz punkten. Das größte Problem der Vergangenheit – die hohe Schuldenlast – scheint gelöst. Doch reicht das, um die operative Schwäche zu kompensieren?
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Gesamterlöse: 592 Millionen Euro (-2,4% berichtet, stabil bereinigt)
- LEO-Segment explodiert: +60% auf 111 Millionen Euro
- EBITDA-Marge sinkt auf 52,1% (-3,4 Prozentpunkte)
- Nettoverschuldung halbiert: von 2,7 auf 1,3 Milliarden Euro
- Verhältnis Net Debt/EBITDA verbessert sich von 3,92x auf 2,00x
Kapitalerhöhung schafft finanzielle Luft
Die erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro verändert die Ausgangslage grundlegend. Unterstützt von den Kernaktionären konnte Eutelsat die Nettoverschuldung binnen eines Jahres um 1,4 Milliarden Euro reduzieren.
Die Ratingagenturen reagierten prompt: Moody’s hob die Bewertung um zwei Stufen auf Ba3 an, Fitch sogar um drei Notches auf BB mit stabilem Ausblick. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen Exportkreditfinanzierungen von knapp einer Milliarde Euro für neue LEO-Satelliten.
LEO-Geschäft wächst kräftig – auf Kosten der Marge
Der Bereich Low Earth Orbit entwickelt sich zum echten Wachstumstreiber. Mit einem Plus von 60 Prozent steuert das Segment bereits rund 20 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Integration der OneWeb-Konstellation macht Eutelsat zum einzigen vollintegrierten GEO-LEO-Betreiber weltweit.
Auch Fixed Connectivity (+17,2% auf 132 Millionen Euro) und Government Services (+7,7% auf 99 Millionen Euro) legten zu. Letzteres profitiert von LEO-basierten Lösungen unter anderem in der Ukraine.
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Der Haken: Die EBITDA-Marge rutschte auf 52,1 Prozent ab. Eutelsat erklärt dies mit dem Wegfall sanktionsbedingter Video-Erlöse und Produktmix-Effekten im noch anlaufenden LEO-Geschäft.
Strategie-Update mit Dämpfer
Die Bestellung von 440 neuen LEO-Satelliten bei Airbus soll die Kontinuität der OneWeb-Konstellation sichern und alternde Satelliten ersetzen. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die Investitionsprognose für das Geschäftsjahr von 1,0-1,1 Milliarden auf rund 900 Millionen Euro.
Ein Wermutstropfen: Die geplante Veräußerung der passiven Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure scheiterte Ende Januar. Der erwartete Erlös von rund 550 Millionen Euro bleibt aus. Das Management betont jedoch, dass dies die Finanzierung des strategischen Plans nicht gefährde.
Mittelfristig ehrgeizige Ziele
Für das laufende Geschäftsjahr 2025-26 bestätigte Eutelsat die Prognose: operative Erlöse auf Vorjahresniveau, LEO-Wachstum von 50 Prozent und eine EBITDA-Marge leicht unter Vorjahr.
Deutlich ambitionierter wird es mittelfristig: Bis zum Geschäftsjahr 2028-29 peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge von mindestens 65 Prozent an. Das würde eine signifikante Verbesserung der aktuellen Profitabilität voraussetzen – getrieben durch die Skalierung des LEO-Geschäfts und höhere Margen im reifen GEO-Segment.
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