Eutelsat Aktie: LEO-Sparte wächst 59,7 Prozent
Eutelsat veröffentlicht Jahreszahlen: LEO-Erlöse wachsen stark, doch das klassische Video-Geschäft schrumpft weiter. Analysten bleiben skeptisch.

Kurz zusammengefasst
- LEO-Erlöse steigen um 59,7 Prozent
- Umsatzprognose: vier Sparten auf Vorjahresniveau
- Eutelsat plant 528 neue Satelliten
- Aktie notiert 55 Prozent unter Hoch
Eutelsat steht vor einer entscheidenden Woche. Der Satellitenbetreiber legt in den kommenden Tagen seine Jahreszahlen für 2025-26 vor. Im Zentrum steht eine Frage: Kann das Wachstum im LEO-Geschäft die schrumpfenden Erlöse aus dem klassischen Video-Geschäft wettmachen?
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,07 Euro, ein Plus von 3,03 Prozent auf Wochensicht. Über den Monat betrachtet steht dennoch ein Verlust von 17,49 Prozent zu Buche. Diese Diskrepanz zeigt: Anleger positionieren sich kurzfristig vor den Zahlen, das übergeordnete Bild bleibt aber angespannt.
Die Strategie hinter den Zahlen
Eutelsat hatte bereits nach neun Monaten die entscheidenden Eckdaten skizziert. Der Vorstand rechnet mit Erlösen der vier operativen Sparten auf Vorjahresniveau. Die LEO-Sparte soll dagegen um 50 Prozent wachsen.
Die adjustierte EBITDA-Marge dürfte leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Für Investitionen plant das Unternehmen rund 900 Millionen Euro ein. Der Auftragsbestand lag zum 31. März 2026 bei 3,4 Milliarden Euro, nach 3,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor — die natürliche Erosion im Video-Geschäft federte die Vertragsverlängerung mit Polsat sowie wachsende LEO-Aufträge teilweise ab.
Die Halbjahreszahlen belegen das Tempo des Umbaus. LEO-Erlöse kletterten im ersten Halbjahr auf 111 Millionen Euro, ein Sprung von 59,7 Prozent. Damit macht die Sparte inzwischen rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Expansion trotz Kursdrucks
Parallel zu den Jahreszahlen treibt Eutelsat seine Satelliten-Pläne voran. Die Tochtergesellschaft WorldVu Satellites hat bei der US-Regulierungsbehörde FCC einen Antrag für eine zusätzliche Konstellation namens „Eutelsat Next“ eingereicht.
Das Projekt sieht 528 weitere Satelliten in einer Umlaufbahn von 1.220 Kilometern vor. Sie sollen sichere, hochkapazitive Kommunikationsdienste weltweit ausbauen. Der Antrag unterstreicht, wie konsequent das Management den Umbau zur LEO-Konnektivität vorantreibt — unabhängig vom aktuellen Kursdruck.
Skepsis der Analysten bleibt
Trotz des operativen Fortschritts bei der Konnektivität bleibt die Bewertung umstritten. Das LEO-Wachstum überzeugt zwar viele Marktbeobachter fundamental. Gleichzeitig gilt die Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern vielen Analysten noch als zu teuer bewertet.
Auch technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Titel notiert mit 2,41 Milliarden Euro Marktkapitalisierung deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,62 Euro vom 28. Mai 2026 — ein Abstand von 55,16 Prozent. Der mittel- und langfristige Trend gilt seit Anfang Juni als negativ.
Mit den Jahreszahlen steht in den kommenden Tagen ein Termin an, der die Richtung vorgeben könnte. Bestätigt das Management die LEO-Wachstumsraten aus dem Halbjahr, könnte das die Bewertungsdebatte neu entfachen. Bleibt die Video-Erosion dagegen stärker als erwartet, dürfte der Abwärtstrend der vergangenen Wochen anhalten.
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