Eutelsat Aktie: Norwegen öffnet neue Türen

Norwegens und Islands Beitritt zum EU-Satellitenprogramm IRIS² stärkt Eutelsats Position. Das Unternehmen verzeichnet starkes Wachstum im LEO-Geschäft, sieht sich aber zunehmendem Wettbewerb durch Amazon ausgesetzt.

Dieter Jaworski ·
Eutelsat Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Beitritt Norwegens und Islands zu IRIS²
  • Starkes Wachstum der LEO-Erlöse um 60 Prozent
  • Abgeschlossene Refinanzierung von fünf Milliarden Euro
  • Wettbewerbsdruck durch Amazons Satellitenpläne

Norwegen und Island haben am 26. März die Beitrittsvereinbarungen für das EU-Satellitenprogramm IRIS² unterzeichnet — und Eutelsat als Mitglied des ausführenden SpaceRISE-Konsortiums profitiert direkt davon. Für ein Unternehmen, das sich mitten in einer kostspieligen Transformation befindet, kommen solche Signale zur rechten Zeit.

LEO-Wachstum trägt die Transformation

IRIS² ist kein kleines Nischenprojekt. Die EU, die Europäische Weltraumorganisation und private Investoren planen gemeinsam eine Konstellation von rund 290 Satelliten, die ab 2030 operative Regierungsdienste bereitstellen soll. Das SpaceRISE-Konsortium — bestehend aus Eutelsat, SES, Hispasat und acht Subunternehmern — hält den Konzessionsvertrag für Entwicklung, Betrieb und Bereitstellung. Mit Norwegen und Island treten nun zwei EWR-Staaten bei, die das System für sichere Regierungskommunikation und Krisenmanagement nutzen wollen.

Eutelsat hat dabei ein strukturelles Argument auf seiner Seite: Über die Tochter OneWeb betreibt das Unternehmen das einzige vollständig operative LEO-Netzwerk in europäischer Hand. CEO Jean-François Fallacher vermarktet diesen Umstand offensiv gegenüber Regierungskunden, die von US-amerikanischen Anbietern unabhängig bleiben wollen.

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Die jüngsten Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 stützen dieses Narrativ: Die LEO-Erlöse stiegen um knapp 60 Prozent auf 110,5 Millionen Euro und machen inzwischen über ein Drittel der Konnektivitätsumsätze aus. Nicht-videobezogene Umsätze tragen mittlerweile 54 Prozent zum operativen Segmentumsatz bei — ein wichtiger Puffer gegen den anhaltenden Rückgang im traditionellen Videogeschäft.

Schulden refinanziert, Wettbewerb bleibt

Im März 2026 schloss Eutelsat eine umfassende Refinanzierung ab, darunter eine Anleihe über 1,5 Milliarden Euro. Damit ist eine etwa fünf Milliarden Euro schwere Finanzierungsstrategie abgeschlossen, die von den Hauptaktionären getragen wurde. Parallel läuft der Ausbau der Satellitenflotte: Airbus Defence and Space baut 340 weitere OneWeb-Satelliten in Toulouse, ergänzend zu einem früheren Auftrag über 100 Einheiten. Erste Lieferungen der insgesamt 440 bestellten Satelliten sind für Ende 2026 geplant.

Der Wettbewerbsdruck bleibt erheblich. Amazon will Mitte 2026 rund 700 eigene LEO-Satelliten stationieren — eine direkte Herausforderung für Eutelsats Kerngeschäft. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 strebt das Management einen Gesamtumsatz von über 1,5 Milliarden Euro an, wobei LEO-Wachstum die erwarteten Rückgänge im klassischen Segment ausgleichen soll. Ob die Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell IRIS² und weitere Regierungsaufträge tatsächlich Erlöse generieren — und wie aggressiv Amazon in den europäischen Markt vordringt.

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Eutelsat Aktie

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Sektor Technologie
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