Eutelsat Aktie: Rückenwind aus Norwegen
Nach dem gelungenen Spectrum-Testflug in Norwegen gewinnt Eutelsat deutlich. Der Kurs erholt sich damit von einem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Spectrum bringt fünf Satelliten ins All
- Eutelsat-Aktie erholt sich vom Jahrestief
- Europas Raumfahrtbranche gewinnt an Vertrauen
- Weitere Spectrum-Starts sind angekündigt
Ein erfolgreicher Raketenstart in Nordnorwegen hat am Montag die europäische Raumfahrtbranche in Bewegung versetzt — und Eutelsat gehört zu den Profiteuren. Die Aktie legte in Paris deutlich zu, nachdem sie in der Vorwoche noch auf ein Tief seit Januar gefallen war.
Auslöser der Kursbewegung war der zweite Testflug der Spectrum-Rakete des deutschen Start-ups Isar Aerospace vom Weltraumbahnhof Andøya. Die Rakete brachte fünf Satelliten erfolgreich in die Erdumlaufbahn. Für die gesamte europäische Raumfahrtbranche ist das ein Signal: Der Kontinent zeigt, dass er nicht allein von US-Anbietern abhängig ist.
Erholung nach schwachem Vorlauf
Eutelsat hatte zuletzt spürbar unter Druck gestanden. Die Aktie war zuvor auf ein Jahrestief gefallen, bevor sie am Montag wieder zulegte. Der Kurssprung fällt in eine Phase, in der die gesamte Space-Branche unter der Wucht des SpaceX-Börsengangs gelitten hat — dessen Papiere sich nach der Erstnotiz im Juni ebenfalls halbiert haben.
Die Euphorie um den US-Marktführer hatte im Frühjahr viele europäische Konkurrenten mit nach oben gezogen, ihr Abklingen entsprechend viele wieder nach unten.
Eutelsat positioniert sich anders als reine Raketenbauer: Der Fokus liegt auf Satelliten-Konnektivität, während Unternehmen wie OHB eher im Bau von Satellitensystemen und über ihre Tochter Rocket Factory Augsburg auch in der Raketenentwicklung aktiv sind. Der Erfolg von Isar Aerospace wirkt dennoch auf die gesamte Branche positiv, weil er das Vertrauen in europäische Weltraum-Infrastruktur insgesamt stärkt.
Die Bewegung vom Montag bleibt zunächst eine kurzfristige Erholung nach einer länger andauernden Schwächephase. Ob sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickelt, hängt auch davon ab, wie die europäische Raumfahrtbranche die angekündigten weiteren Spectrum-Starts — die Raketen drei bis sieben befinden sich laut Isar-Aerospace-Chef Daniel Metzler bereits im Bau — in den kommenden Monaten umsetzt.
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