Eutelsat Aktie: SoftBank-Schock!

Ein massiver Verkauf von Bezugsrechten durch Großaktionär SoftBank drückt die Eutelsat-Aktie. Die laufende Milliarden-Kapitalerhöhung und eine Rating-Aufwertung prägen die volatile Phase.

Dr. Robert Sasse ·
Eutelsat Aktie

Kurz zusammengefasst

  • SoftBank verkauft riesiges Paket an Bezugsrechten
  • Laufende Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro
  • Ratingagentur Moody's stuft Kreditwürdigkeit hoch
  • Aktie bleibt bis Ende der Bezugsfrist volatil

Die Eutelsat Aktie crasht mit über 7 Prozent ins Minus. Ein massiver Verkauf von Bezugsrechten durch Großaktionär SoftBank hat den Satellitenbetreiber auf Talfahrt geschickt. Die laufende Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro gerät zum Belastungstest – trotz Rating-Aufwertung durch Moody’s.

Fire Sale erschüttert den Markt

SoftBank Group Capital hat rund 36 Millionen Bezugsrechte auf den Markt geworfen – ein Volumen, das rechnerisch etwa 26 Millionen Aktien entspricht. Der Überhang konnte nur mit massiven Kursabschlägen absorbiert werden.

Das Motiv: SoftBank nutzt die Erlöse, um die Ausübung seiner verbleibenden Bezugsrechte zu finanzieren. Dennoch interpretierten Anleger das enorme Volumen als Misstrauensvotum. Der Titel ist damit klar im Abwärtstrend.

1,5 Milliarden Euro-Refinanzierung läuft

Das Unternehmen stemmt aktuell eine komplexe Kapitalmaßnahme, die das Handelsgeschehen dominiert. Die Volatilität dürfte bis zum Ende der Bezugsfrist extrem bleiben.

Die Eckdaten der Kapitalerhöhung:

  • Bezugsfrist: Bis 9. Dezember 2025
  • Bezugspreis: 1,35 Euro pro Aktie (massiver Abschlag)
  • Rechte-Emission: 670 Millionen Euro
  • Staatsbeteiligung: Frankreich steigt mit 29,65 Prozent zum größten Einzelaktionär auf

Der neue Bezugspreis liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs – ein klares Signal für den Verwässerungseffekt, der auf Altaktionäre zukommt.

Moody’s sieht Staatsgarantie

Die Ratingagentur Moody’s hat das Kreditrating von B2 auf Ba3 angehoben. Der Grund: Durch den gestiegenen Staatsanteil gilt Eutelsat nun als „Government-Related Issuer“. Diese implizite Garantie senkt das Risikoprofil.

Moody’s prognostiziert zudem einen Rückgang der Verschuldung von 3,9x auf 2,5x Net debt/EBITDA bis zum Geschäftsjahr 2026. Die Kapitalspritze soll die Bilanz stabilisieren – theoretisch.

Starlink bleibt unerreichbar

Nach der Fusion mit OneWeb verfügt Eutelsat über mehr als 600 Satelliten. Doch Marktführer Starlink operiert mit über 6.750 Satelliten im Orbit. Die quantitative Lücke im LEO-Geschäft (Low Earth Orbit) ist brutal.

CEO Jean-François Fallacher muss die frischen Milliarden effizient einsetzen, um nicht weiter zurückzufallen. Analysten von AlphaValue bezeichnen die Aktie als „Call-Option“ mit Erholungspotenzial – warnen aber vor erheblichen Exekutionsrisiken der Turnaround-Strategie.

Kann Eutelsat im Wettrennen mit Musk überhaupt mithalten? Die Zweifel am Markt wachsen.

Institutionelle verkaufen

Die Eutelsat Aktie ist derzeit ein Spielball institutioneller Umschichtungen. Der massive Abschlag der neuen Aktien und der SoftBank-Verkaufsdruck verzerren jede fundamentale Bewertung. Erst nach dem 9. Dezember – wenn die Bezugsfrist endet – ist mit einer Beruhigung zu rechnen.

Bis dahin bleibt die Aktie hochvolatil. Der Verwässerungseffekt wird erst dann vollständig eingepreist sein.

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Eutelsat Aktie

2,25 EUR

+ 0,05 EUR +2,14 %
KGV 0,00
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 2,58 Mrd. EUR
ISIN: FR0010221234 WKN: A0HGPT

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