Evonik Aktie: 350 Millionen für Digitalisierung
Evonik streicht bis 2029 rund 3.200 Stellen und schließt defizitäres Polyester-Geschäft. Die Aktie steigt nach den Ankündigungen.

Kurz zusammengefasst
- 3.200 Stellen bis 2029 gestrichen
- Schließung des verlustreichen Polyester-Segments
- 350 Millionen Euro für Digitalisierung
- Aktienkurs legt um über fünf Prozent zu
Der Spezialchemiekonzern Evonik steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Das Management reagiert damit auf schwaches Wachstum und eine unsichere globale Wirtschaftslage.
Bis Ende 2029 will Evonik 3.200 Stellen streichen. Davon entfallen 2.150 Arbeitsplätze auf Deutschland. Zusätzlich läuft bereits ein separates Programm zum Abbau von 2.800 Stellen, das bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Vorstandsmitglied Thomas Wessel verspricht einen sozialverträglichen Abbau.
Die Schließung unprofitabler Geschäfte
Ein zentraler Baustein der Restrukturierung ist das Aus für das Polyester-Geschäft im Bereich Custom Solutions. Das Segment ist seit Jahren defizitär – bei einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro belasten die geringen Margen das Gesamtergebnis. Die Schließung bis 2027 betrifft den Standort Witten mit 266 Mitarbeitern sowie weitere Kapazitäten in Marl und Shanghai.
Milliarden für die Digitalisierung
Parallel zu den Einsparungen investiert Evonik in die Zukunft. 350 Millionen Euro fließen in Digitalisierung und Industrie 4.0-Projekte. Ziel ist es, die Betriebskosten nachhaltig zu senken und die operative Marge zu stärken.
Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigungen. Die Aktie legte am Freitag um 5,46 Prozent auf 16,02 Euro zu. Analysten der Deutschen Bank hoben das Kursziel von 16 auf 17 Euro an, beließen die Einstufung aber auf „Hold“. Sie halten die EBITDA-Zielspanne des Konzerns für zu konservativ und erwarten für das zweite Quartal eine positive Dynamik.
Für die betroffenen Beschäftigten in Deutschland gilt: Werksbedingte Kündigungen sind für viele bis Ende 2032 ausgeschlossen. Die eigentliche Bewährungsprobe für Evonik kommt im August, wenn der Konzern die Quartalszahlen vorlegt.
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