Evonik Aktie: Ashland-Plan?
Deutsche Bank Research stuft BASF herab; ein Evonik-Erwerb ist nicht bestätigt, während Evonik eigene US-Zukäufe prüft.

Kurz zusammengefasst
- BASF-Empfehlung von Kaufen auf Halten gesenkt
- Kursziel von 60 auf 53 Euro reduziert
- Reuters meldet BASF-Offerte über 24 Euro je Aktie
- Evonik prüft US-Zukäufe in frühem Stadium
Die mögliche Übernahme durch BASF ist für Evonik nicht nur eine Frage des Angebotspreises. Am Montag verwies Deutsche Bank Research auf die Komplexität und Umsetzungsrisiken eines möglichen Erwerbs. Die Konsequenz traf allerdings BASF: Das Analysehaus stufte den möglichen Käufer herab – nicht Evonik. Für Evonik-Anleger ist diese Unterscheidung wichtig, denn die Bewertung der Käuferseite ersetzt keine Einschätzung des Übernahmeziels.
Deutsche Bank Research senkte die BASF-Empfehlung von „Kaufen“ auf „Halten“ und reduzierte das Kursziel von 60 € auf 53 €. Die Risiken eines möglichen Evonik-Erwerbs gehörten ausdrücklich zur Begründung.
Damit rückt neben dem Preis auch die Umsetzbarkeit der Transaktion in den Blick. Die Analystenentscheidung lässt sich nicht als Verkaufsempfehlung für Evonik lesen. Sie zeigt vielmehr Vorbehalte gegenüber den Folgen, die ein solcher Erwerb für BASF haben könnte.
Keine bestätigte Einigung
Den Hintergrund bildet das von Reuters berichtete erhöhte BASF-Angebot von 24 Euro je Evonik-Aktie. Das Volumen der Offerte liege bei mehr als 11 Milliarden Euro. BASF hoffe damit, Evonik zu Verhandlungen zu bewegen.
Eine bestätigte Verständigung lässt sich daraus nicht ableiten. Evonik lehnte einen Kommentar ab; eine Bestätigung des berichteten Angebots durch die beteiligten Unternehmen liegt nicht vor. Die von Reuters genannten Konditionen bleiben deshalb als Medienbericht einzuordnen, nicht als gemeinsam vereinbarte Transaktion.
BASF hatte dem Bericht zufolge vor gut einer Woche auch Zusagen zu Arbeitsplätzen und Produktionsstandorten mit der Offerte verbunden. Diese Zusagen betreffen die Ausgestaltung eines möglichen Zusammenschlusses. Sie sind von der Frage zu trennen, ob Evonik überhaupt in Verhandlungen eintritt.
Zwei mögliche Transaktionsrichtungen
Parallel dazu steht Evonik selbst als möglicher Käufer im Blick. Nach Informationen des Handelsblatts prüft das Unternehmen seit längerer Zeit größere Zukäufe in den USA. Besonders im Fokus stehe der Spezialchemiekonzern Ashland.
Diese Prüfung befinde sich noch in einem frühen Stadium; ein Abschluss sei nicht sicher. Reuters berichtete unter Berufung auf das Handelsblatt außerdem von beauftragten Investmentbanken für die Suche nach geeigneten Übernahmezielen. Evonik lehnte auch hierzu eine Stellungnahme ab.
Für Anleger ergeben sich damit unterschiedliche mögliche Transaktionsrichtungen: Evonik könnte selbst zukaufen oder zum Übernahmeziel werden. Keine davon ist als abgeschlossener Vorgang bestätigt. Die jüngste Analystenentscheidung unterstreicht vor allem, dass ein möglicher Zusammenschluss nicht allein anhand des gebotenen Preises beurteilt werden sollte.
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