Evonik Aktie: BASF erhöht Übernahmeangebot unter Prüfung
BASF erwägt laut Medienberichten ein höheres Gebot; die RAG-Stiftung vertagte eine Entscheidung und verwies auf Gespräche zwischen den Konzernen.

Kurz zusammengefasst
- Evonik-Aktie verliert 2,1 Prozent
- BASF prüft eine höhere Offerte
- RAG-Stiftung entschied am 9. Oktober nicht
- Quartalsbericht erscheint am 3. November 2026
Am gestrigen Montag verzeichnete die Aktie von Evonik einen Rücksetzer von 2,1 Prozent und schloss bei 20,96 Euro. Für diese Kursbewegung lag kein unternehmensspezifischer Auslöser vor. Die Notierung verharrt damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro, das im Zuge der Spekulationen um einen möglichen Eigentümerwechsel erreicht wurde. Die Gemengelage um den Essener Spezialchemiekonzern bleibt von strategischen Überlegungen geprägt.
Uneinigkeit über die Offerte
Vor rund zwei Wochen bestätigte BASF Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung über eine mögliche Übernahme des Konzerns. Ein ursprüngliches BASF-Angebot von rund 10,3 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 22,15 Euro je Aktie hatte Evonik laut Reuters als zu niedrig zurückgewiesen.
Der Ludwigshafener Chemiekonzern prüft Medienberichten zufolge jedoch eine Erhöhung der Offerte, falls es zu direkten Gesprächen kommt. Ein Insider erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, das bisherige Gebot sei nicht das letzte Wort.
Großaktionär und Gewerkschaften zögern
Die Entscheidung über den Fortgang liegt maßgeblich bei der RAG-Stiftung als Ankeraktionärin. Deren Kuratorium traf am 9. Oktober keine Entscheidung über das BASF-Interesse, sondern verwies die beiden Konzerne auf bilaterale Gespräche.
Parallel dazu formiert sich Widerstand: Die Gewerkschaft IG BCE wandte sich am 8. Oktober mit einem internen Schreiben an die Betriebsräte, um die Diskussion über den Erhalt der Arbeitsplätze zu schärfen. Die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag brachte zudem eine Beteiligung des Landes ins Gespräch, um gemeinsam mit der Stiftung eine Kontrollmehrheit von über 50 Prozent abzusichern.
Kursziele spiegeln Konsolidierung wider
Auch die Einschätzungen am Kapitalmarkt tragen den jüngsten Vorgängen Rechnung. Berenberg stufte das Papier vor gut einer Woche von „Sell“ auf „Hold“ hoch und passte das Kursziel auf 20 Euro an. Analyst Sebastian Bray sah in dem BASF-Interesse einen potenziellen Boden für den Aktienkurs. Am 6. Oktober bestätigte zudem das Analysehaus Parmantier & Cie. seine Einschätzung mit dem Votum „Halten“ und einem Kursziel von 20,50 Euro.
Blick auf die anstehenden Geschäftszahlen
Abseits der Übernahmediskussion richtet sich das Augenmerk auf das operative Geschäft der Essener. Am 3. November 2026 legt Evonik den Zwischenbericht für das dritte Quartal vor. Diese Veröffentlichung dürfte Aufschluss darüber geben, wie sich das operative Umfeld in den Kernsegmenten entwickelt hat und welche fundamentale Basis den Übernahmegesprächen zugrunde liegt.
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