Evonik Aktie: CPHI Pharma Award für Self Driving Labs
Die Auszeichnung für digitale Laborentwicklung fällt mit Übernahmespekulationen, politischen Reaktionen und einer Hochstufung durch Berenberg zusammen.

Kurz zusammengefasst
- CPHI-Preis für automatisierte Laborsysteme
- BASF-Offerte über 10,3 Milliarden Euro zurückgewiesen
- NRW prüft mögliche Beteiligung mit RAG-Stiftung
- Berenberg hebt Evonik auf Hold
Auszeichnung für vernetzte Laborforschung
Der Spezialchemiekonzern Evonik ist auf der internationalen Branchenmesse CPHI in Mailand für seine technologische Entwicklungsarbeit gewürdigt worden. Das Unternehmen erhielt den CPHI Pharma Award 2026 in der Kategorie „Digital Transformation“ für seine sogenannten Self Driving Labs.
Die feierliche Preisverleihung fand am Dienstag statt. Mit den automatisierten und vernetzten Laborsystemen treibt der Konzern die Digitalisierung in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung voran.
Übernahmediskussionen und politische Reaktionen
Die Auszeichnung fällt in eine Phase intensiver Spekulationen über die künftige Ausrichtung des Unternehmens. Vor gut einer Woche wurden Sondierungsgespräche über eine mögliche Übernahme durch BASF bekannt, seither legte die Evonik-Aktie um 2,9 Prozent zu.
Laut Reuters hatte Evonik eine unverbindliche Offerte des Ludwigshafener Wettbewerbers über 10,3 Milliarden Euro als zu niedrig zurückgewiesen. Das Essener Unternehmen selbst bestätigte zwar eine unverbindliche Ansprache, stellte jedoch klar, dass derzeit keine Verhandlungen geführt würden, und bestätigte keinen vereinbarten Kaufpreis.
Das Übernahmethema beschäftigt unterdessen auch die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung erklärte, dass bestehende Arbeitsplätze sowie eine eigenständige Entwicklung des Konzerns durch ein mögliches Übernahmevorhaben keinesfalls infrage gestellt werden dürften.
Im Düsseldorfer Landtag brachte die SPD zudem eine Beteiligung des Bundeslandes ins Gespräch: Geprüft werden solle, ob das Land gemeinsam mit der RAG-Stiftung eine Kontrollmehrheit von „50 Prozent plus X“ absichern könne.
Die RAG-Stiftung stellte ihrerseits klar, dass ihre Satzung mit Zustimmung des Kuratoriums zwar auch den Verkauf der gesamten Evonik-Beteiligung gestatte, betonte zugleich jedoch, dass kein entsprechender Verkaufsbeschluss oder eine Zustimmung zu einem BASF-Geschäft vorliege.
Analysteneinschätzung und Quartalstermin
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Gesamtlage in einer freundlichen Tendenz wider. Am gestrigen Mittwoch stieg der Schlusskurs um 1,3 Prozent auf 20,86 Euro. Damit wird das Unternehmen an der Börse mit 9,60 Milliarden Euro bewertet.
Auch unter den Analysten kam es zu veränderten Einschätzungen. Die Privatbank Berenberg stufte die Evonik-Aktie am 2. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ herauf und setzte das Kursziel auf 20 Euro fest. Weitere Aufschlüsse über den Geschäftsverlauf liefert der bevorstehende Finanzkalender: Am 3. November 2026 veröffentlicht das Unternehmen seinen Zwischenbericht zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2026.
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