Evonik Aktie: Die Übernahme-Abfuhr!

Der Evonik-Vorstand weist Gespräche über die 24-Euro-Offerte zurück, erlaubt aber einen vertraulichen Informationsaustausch.

Felix Baarz ·
Industrieanlage von Evonik mit zahlreichen Rohrleitungen und hohen Türmen bei klarem blauen Himmel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Vorstand verweigert Übernahmeverhandlungen
  • BASF-Angebot: 24 Euro je Aktie
  • Vertraulicher Informationsaustausch bleibt möglich
  • Quartalsmitteilung für 3. November angekündigt

Evonik hält an seiner eigenständigen strategischen Entwicklung fest, schließt einen Kontakt mit BASF aber nicht vollständig aus. Der Vorstand lehnte am Freitag Verhandlungen über das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot ab.

Zugleich erklärte er sich zu einem rein informativen, vertraulichen Austausch bereit. Für Anleger ist diese Trennung entscheidend: Die Bereitschaft zum Informationsaustausch bedeutet keine Zustimmung zu Verhandlungen über einen Zusammenschluss.

Kein Verhandlungsmandat durch Gesprächsbereitschaft

Nach Angaben von Evonik bezieht sich die Absage auf das von BASF unterbreitete Angebot von 24,00 Euro je Aktie. Auch diese Offerte hat den Vorstand nicht dazu bewogen, Übernahmeverhandlungen aufzunehmen. Stattdessen will sich das Unternehmen weiter auf seine eigenständige strategische Entwicklung konzentrieren.

Damit beschreibt Evonik einen eng begrenzten Rahmen für mögliche Kontakte. Ein vertraulicher Austausch kann Informationen vermitteln; er ist nach der ausdrücklichen Positionierung des Vorstands aber nicht mit Verhandlungen gleichzusetzen. Aus der Gesprächsbereitschaft lässt sich deshalb weder eine Annäherung beim Preis noch eine grundsätzliche Zustimmung zur Übernahme ableiten.

Für Aktionäre bleibt das Angebot damit ein Bezugspunkt, aber kein gesicherter Verkaufserlös. Der Schlusskurs vom Freitag lag mit 21,06 € unter der abgelehnten Offerte. Diese Differenz ist keine feststehende Renditechance: Evonik hat gerade keine Bereitschaft erklärt, über die angebotenen Konditionen zu verhandeln.

BASF betont finanzielle Disziplin

Auf der anderen Seite begrenzt BASF selbst die Erwartungen an weitere Zugeständnisse. BASF-Chef Markus Kamieth bekräftigte am Mittwoch laut Reuters sein Übernahmeinteresse, betonte jedoch, keinen überhöhten Preis zahlen zu wollen. Zum Status der Gespräche äußerte er sich nicht.

Damit stehen sich zwei Positionen gegenüber: Evonik setzt auf Eigenständigkeit, während BASF Interesse signalisiert und zugleich Preisdisziplin hervorhebt. Eine weitere Gebotserhöhung lässt sich daraus nicht als gesicherter nächster Schritt ableiten. Ebenso wenig bedeutet Evoniks Bereitschaft zum Informationsaustausch, dass die erklärte Ablehnung von Verhandlungen bereits aufgeweicht wäre.

Quartalsmitteilung als nächster Prüfpunkt

Für den 3. November 2026 ist die Veröffentlichung der Geschäftsentwicklung für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Dieser Termin gibt Anlegern den nächsten konkreten Anlass, die wirtschaftliche Grundlage des eigenständigen Kurses zu beurteilen.

Die entscheidende Unterscheidung bleibt bis dahin bestehen: Evonik bietet Informationen an, aber keine Übernahmeverhandlungen. Wer die Aktie unter Übernahmegesichtspunkten bewertet, muss deshalb neben dem Angebotspreis vor allem diese ausdrücklich gezogene Grenze berücksichtigen.

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Evonik Aktie

21,12 EUR

+ 0,08 EUR +0,38 %
KGV 80,31
KUV 0,69
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,74 %
Marktkapitalisierung 9,84 Mrd. EUR
Ø Kursziel 18,60 EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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