Der Spezialchemiekonzern Evonik hat seine Gewinnziele für das abgelaufene Jahr zwar erreicht, verordnet seinen Aktionären nun aber eine Schlankheitskur. Mit einer neuen Ausschüttungspolitik und einem harten Sparprogramm reagiert das Management auf sinkende Umsätze und eine schwache Kapitalrendite.
Solides Ergebnis, geringere Ausschüttung
Auf den ersten Blick lesen sich die operativen Zahlen stabil. Das bereinigte Ergebnis (EBITDA) landete 2025 punktgenau bei den anvisierten 1,87 Milliarden Euro. Der Umsatz ging jedoch um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro zurück. Ein strukturelles Problem bleibt die schwache Kapitalrendite von lediglich 6,1 Prozent, die weit unter dem mittelfristigen Zielwert von elf Prozent liegt. Als Konsequenz bricht der Konzern mit seiner bisherigen Kontinuität bei der Gewinnausschüttung. Für 2025 schlägt der Vorstand eine gesenkte Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nachdem im Vorjahr noch 1,17 Euro gezahlt wurden.
Sparprogramm und Preiserhöhungen
Um dem Margendruck in einem schwierigen Branchenumfeld zu begegnen, zieht das Management mehrere Register. Das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ sieht den weltweiten Abbau von bis zu 2.000 Stellen vor, davon rund 1.500 in Deutschland. Dies soll nach Abschluss im laufenden Jahr jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro bringen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen im Segment Advanced Technologies eine sofortige Nettopreiserhöhung von zehn Prozent für das Futtermittel-Schlüsselprodukt MetAMINO durch. Dass der Markt die aktuellen Herausforderungen kritisch bewertet, spiegelt sich im Kursverlauf wider: Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet das Papier ein deutliches Minus von gut 32 Prozent.
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Gedämpfte Erwartungen für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Evonik weiterhin mit Gegenwind durch hohe Energiepreise und globale Überkapazitäten. Der erwartete Umsatzkorridor wurde deshalb bereits nach unten auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro angepasst. Die nächsten konkreten Anhaltspunkte zur operativen Entwicklung liefern folgende Termine:
- Mai 2026: Quartalszahlen Q1
- Juni 2026: Hauptversammlung und Dividendenbeschluss
Die formelle Zustimmung der Aktionäre zur gekürzten Ausschüttung auf der kommenden Hauptversammlung markiert den nächsten verbindlichen Schritt in der laufenden Neuausrichtung des Konzerns.
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