Die Papiere des Essener Spezialchemie-Konzerns wirken auf den ersten Blick wie ein massives Schnäppchen für Einkommensinvestoren, doch der Chart sendet deutliche Warnsignale. Während das Management operativ neue Technologien in den Markt bringt, leiden Kurs und Bewertung unter einer breiten Branchenschwäche. Für Anleger stellt sich die Frage, ob die rekordverdächtige Dividendenrendite als Sicherheitsnetz ausreicht oder ob weitere Verluste drohen.
- Tiefpunkt: Aktie markierte gestern bei 12,65 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.
- Experten-Skepsis: Berenberg sieht das Kursziel erst bei 11,60 Euro.
- Dividenden-Alarm: Trotz hoher Renditeprognosen warnen Banken vor möglichen Kürzungen.
Abwärtsdruck verstärkt sich
Die charttechnische Situation bei Evonik hat sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Mit einem Schlusskurs von 12,65 Euro am gestrigen Dienstag notiert der Titel exakt auf seinem 52-Wochen-Tief. Auf Sicht von zwölf Monaten haben Aktionäre einen Wertverlust von über 28 Prozent hinnehmen müssen.
Verantwortlich für diesen Negativtrend ist primär das schwierige Umfeld für die gesamte Chemiebranche. Drohende US-Zölle und eine anhaltend schwache Nachfrage belasten den Sektor, was auch Wettbewerber wie BASF oder Lanxess unter Druck setzt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 15,8 deutet zwar auf eine extrem überverkaufte Situation hin, doch eine nachhaltige Bodenbildung ist bislang nicht in Sicht.
Analysten warnen vor Risiken
Trotz des optisch günstigen Niveaus raten Marktbeobachter derzeit zur Vorsicht. Führende Investmentbanken haben ihre Einschätzungen aktualisiert, liefern jedoch kaum Argumente für einen sofortigen Einstieg:
- JPMorgan und Barclays bleiben bei neutralen Bewertungen.
- Berenberg hält an der Verkaufsempfehlung fest und beziffert das Kursziel auf lediglich 11,60 Euro – ein Szenario, das nochmals rund 8 Prozent Abwärtspotenzial impliziert.
Hintergrund der Skepsis sind die gedämpften Erwartungen an das operative Geschäft. Die Deutsche Bank Research rechnet für das vierte Quartal 2025 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um rund 5 Prozent. Daran ändert auch die jüngste Markteinführung der neuen Technologie TEGO® Dispers 695 für die Druckfarbenindustrie nichts, die zeigt, dass Evonik zwar innovativ bleibt, diese Fortschritte vom Markt aber derzeit ignoriert werden.
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Unsicherheitsfaktor Dividende
Das vermeintlich stärkste Argument für die Aktie ist gleichzeitig ihr größtes Risiko. Mit einer prognostizierten Dividendenrendite von bis zu 8,75 Prozent wäre Evonik der Spitzenreiter im MDAX. Diese Kennzahl zieht traditionell Value-Investoren an.
Doch die hohe Rendite ist auch ein Spiegelbild des massiven Kursverfalls. Analysten der Deutschen Bank weisen darauf hin, dass bei einer weiteren Verschlechterung der Ertragslage eine Kürzung oder vorübergehende Aussetzung der Ausschüttung nicht ausgeschlossen werden kann. Sollte dieses Szenario eintreten, würde der wichtigste Kursstabilisator wegfallen.
Die kommenden Wochen bleiben entscheidend. Anleger sollten den Termin für die Finanzberichte Anfang März genau im Blick behalten. Erst die dort präsentierten Zahlen und der Ausblick des Managements werden Klarheit darüber schaffen, ob die Dividende in der aktuellen Höhe finanzierbar bleibt.
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