Die Evonik Aktie zeigt sich am heutigen Donnerstag widerstandsfähig und verzeichnet Kursgewinne, obwohl die Analysten von BNP Paribas ihre Bewertung gesenkt haben. Während die Marktteilnehmer kurzfristig zugreifen, warnen Experten vor fundamentalen Risiken im Chemiegeschäft. Ist der aktuelle Anstieg nachhaltig oder nur eine technische Reaktion?
Das Wichtigste in Kürze:
* Herabstufung: BNP Paribas senkt das Votum auf „Neutral“.
* China-Risiko: Überkapazitäten bei Methionin drücken auf die Marge.
* Dividende: Hohe Rendite lockt, doch die Deckung durch den Free Cashflow ist fraglich.
* Charttechnik: Der Titel ist mit einem RSI von 15,8 extrem überverkauft.
Kursplus trifft auf Experten-Skepsis
Trotz der frischen Herabstufung durch die BNP Paribas, die ihre Einschätzung von „Outperform“ auf „Neutral“ zurücknahm, notiert die Evonik Aktie heute fester. Der Kurs legte um 1,00 Prozent auf 13,07 Euro zu. Marktbeobachter werten dies als technische Gegenbewegung, da das Papier zuletzt stark unter Druck geraten war.
Ein Blick auf die Indikatoren stützt diese These: Mit einem RSI (Relative Strength Index) von 15,8 ist die Aktie extrem überverkauft, was oft kurzfristige Erholungsversuche auslöst. Dennoch bleibt der Abstand zum erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief von 12,62 Euro gering. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von über 26 Prozent zu Buche.
Preisdruck durch Überangebot
Hinter der Zurückhaltung der Analysten stehen handfeste operative Sorgen. JPMorgan verweist auf ein wachsendes Überangebot bei der Aminosäure Methionin, einem wichtigen Ergebnistreiber für Evonik. Neue Produktionskapazitäten in China, insbesondere ein geplantes Werk von Hebang mit signifikantem Volumen, könnten den Preisdruck verschärfen.
Das Methionin-Geschäft trägt schätzungsweise 15 bis 17 Prozent zum bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) bei. Die Hoffnung, dass chinesische Regulierungsmaßnahmen das Angebot verknappen könnten, gilt unter Experten als unsicher. Neben BNP Paribas äußerten sich zuletzt auch Berenberg („Sell“) und Morgan Stanley („Equal-Weight“) vorsichtig. Lediglich die Citi hält derzeit an einer Kaufempfehlung fest.
Die Dividenden-Falle?
Für einkommensorientierte Anleger wirkt die prognostizierte Dividendenrendite von rund 9 Prozent auf den ersten Blick attraktiv. Sie gehört zu den höchsten Werten im MDAX. Doch die Nachhaltigkeit dieser Ausschüttung steht auf dem Prüfstand.
Das Analystenhaus Berenberg warnt vor einer möglichen Kürzung. Auch Berechnungen von JPMorgan deuten darauf hin, dass der freie Cashflow die geplante Dividende womöglich nur zu etwa 70 Prozent decken könnte. Sollte sich der operative Trend nicht umkehren, könnte das Management gezwungen sein, die Ausschüttungspolitik anzupassen.
Fazit und Ausblick
Die aktuelle Erholung wirkt angesichts des intakten Abwärtstrends und der fundamentalen Belastungen fragil. Analysten erwarten für das Jahr 2026 eine Stagnation bei Umsatz und Gewinn. Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung und den Ausblick werden die Quartalszahlen am 4. März liefern. Bis dahin dürfte die Diskussion um die Dividende und die Preisentwicklung im Chemie-Sektor die Richtung vorgeben.
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