Evonik Aktie: JPMorgan bleibt bei Underweight
Trotz neuem Technologiezentrum in Schanghai bleibt die Analystenstimmung negativ. Stellenabbau und schwache Nachfrage belasten den Chemiekonzern.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan stuft Aktie auf Underweight
- Neues Zentrum für Wasserstoff in Schanghai
- Rund 3200 Stellenstreichungen bis 2029
- Kurs liegt über 200-Tage-Durchschnitt
China, JPMorgan und ein Stellenabbau: Der Spezialchemiekonzern Evonik durchlebt einen turbulenten Frühsommer. An diesem Dienstag bleibt der Kurs nahezu unverändert bei 15,89 Euro.
Die Lage ist widersprüchlich. Während Evonik sein Engagement in der Wasserstofftechnologie in China ausbaut, verhalten sich die Analysten abweisend. JPMorgan belässt die Aktie auf „Underweight“. Analyst Chetan Udeshi betont: Strukturelle Probleme in der Chemiebranche rücken wieder in den Vordergrund.
Der zwischenzeitliche Auftrieb durch geopolitische Entwicklungen verliere an Wirkung. Evonik zählt für Udeshi zu den schwächsten Werten im Sektor. Die Gründe: eine anhaltend schwache Industrienachfrage in Kernmärkten und harter globaler Wettbewerb.
Expansion in China
Parallel zur verhaltenen Analystenstimmung treibt Evonik seine Strategie voran. Das Unternehmen eröffnet ein neues Technologiezentrum in Schanghai. Das „Evonik AEM Center Shanghai“ soll Membranen für die Wasserelektrolyse im chinesischen Markt optimieren.
China gilt als einer der dynamischsten Märkte für grünen Wasserstoff. Mit dem Zentrum will Evonik seine Position ausbauen und kundennahe Lösungen entwickeln. Ob das reicht, um die strukturellen Branchenprobleme auszugleichen, bleibt offen.
Umbauprogramm und Charttechnik
Erst in der vergangenen Woche präsentierte Evonik Details zum Effizienzprogramm „Tailor Made“. Rund 3.200 Stellen fallen bis 2029 weg. Der Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft ist beschlossen.
Charttechnisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Kurs liegt mit 15,89 Euro über dem 200-Tage-Schnitt von 14,86 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19,29 Prozent. Allerdings ist der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 18,48 Euro mit rund 14 Prozent deutlich spürbar. Der RSI von 45,1 signalisiert ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.
Die detaillierten Quartalszahlen folgen voraussichtlich im August 2026. Bis dahin richten sich die Blicke auf die Fortschritte beim Stellenabbau und die Energiekosten in Europa.
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