Evonik Aktie: Kullmann bis 2030 verlängert

Evonik verlängert Vertrag von CEO Kullmann vorzeitig und setzt auf Spezialchemie. Das erste Quartal übertraf die Erwartungen, der Umbau bleibt strategischer Fokus.

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Malerische Skyline eines großen Finanzdistrikts im goldenen Sonnenlicht, symbolisiert Wohlstand. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kullmanns Vertrag vorzeitig verlängert
  • Erstes Quartal übertrifft Prognosen
  • Fokus auf Spezialchemie und Recycling
  • Neuer Finanzvorstand seit Mai im Amt

Evonik setzt auf Kontinuität an der Spitze, während der Chemiekonzern operativ mit einem schwierigeren Umfeld ringt. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Personal und Strategie bei einem Umbau oft enger zusammenhängen, als es auf den ersten Blick wirkt.

Der Aufsichtsrat hat das Mandat von Vorstandschef Christian Kullmann vorzeitig bis 2030 verlängert. Das ist ein klares Signal für den eingeschlagenen Kurs hin zu Spezialchemikalien und nachhaltigeren Systemlösungen. Parallel dazu hat der neue Finanzvorstand Michael Rauch im Mai übernommen und im Juni erstmals vor die Aktionäre getreten.

Solider Start ins Jahr

Operativ hat Evonik im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Das bereinigte EBITDA lag bei 475 Millionen Euro und damit über der eigenen Prognose sowie über dem Marktkonsens von rund 450 Millionen Euro. Getragen wurde das Ergebnis vor allem von höheren Volumina in den Kernbereichen und strikter Kostendisziplin.

Das ändert aber nichts daran, dass der Konzern in einem anspruchsvollen Markt arbeitet. Globale Lieferketten und Energiekosten bleiben ein Belastungsfaktor für die gesamte Branche. Evonik versucht gegenzusteuern, indem das Unternehmen gezielt in Wachstumsfelder investiert.

Ein Beispiel ist der Ausbau biotechnologischer Kapazitäten in der Slowakei. Rund 80 Millionen Euro sollen dort in die Produktion von Wirkstoffen fließen. Damit will der Konzern sein margenstarkes Auftragsgeschäft stärken.

Umbau mit längerem Atem

Strategisch bleibt der Fokus klar auf Kreislaufwirtschaft und chemischem Recycling. Unter dem Label „Next Generation Technologies“ will Evonik neue Erlösquellen erschließen und sich stärker von der klassischen Petrochemie lösen. Kürzlich vorgestellte Partnerschaften im Kunststoff-Recycling passen genau in dieses Bild.

Der Hintergrund ist nachvollziehbar. Das Geschäft mit Basischemikalien steht unter Margendruck, während Spezialchemie und technologische Nischen mehr Preissetzungsmacht versprechen. Gelingt der Umbau, könnte das die Ertragsqualität verbessern und die Aktie stabiler machen.

Die Erwartungen bleiben gemischt

Nach der Dividendenzahlung im Juni kam es zu den üblichen technischen Abschlägen. Der faire Wert der Aktie wird im Schnitt aktuell bei 17,23 Euro gesehen. Die Kursziele reichen von 14,00 Euro bis über 20,00 Euro.

Für den Markt bleibt damit vor allem entscheidend, ob das neue Führungsteam die Effizienzprogramme sauber umsetzt und den Cashflow verlässlich hält. Das erste Quartal liefert dafür eine brauchbare Basis, mehr aber noch nicht. Entscheidend wird nun, ob Evonik die operative Stabilität in einen belastbaren Trend verwandelt.

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Evonik Aktie

21,42 EUR

+ 0,02 EUR +0,09 %
KGV 57,62
KUV 0,69
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,68 %
Marktkapitalisierung 9,98 Mrd. EUR
Ø Kursziel 18,60 EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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