Evonik Aktie: Neue Leitplanken

Evonik erfüllt die Prognose für 2025, senkt jedoch die Umsatzerwartung für 2026 und reagiert mit einem strikten Sparprogramm, Preiserhöhungen und einer flexibleren Ausschüttungspolitik.

Eduard Altmann ·
Evonik Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bereinigtes EBITDA 2025 im Zielkorridor
  • Weltweite Preiserhöhung für Futtermitteladditiv MetAMINO®
  • Sparprogramm mit bis zu 2.000 Stellenstreichungen
  • Neue variable Dividendenpolitik ab 2026

Evonik zieht gleich an mehreren Stellschrauben: Das Unternehmen hat die Prognose für 2025 erfüllt, senkt aber den Umsatzausblick für 2026. Parallel sollen eine weltweite Preiserhöhung für MetAMINO® und ein striktes Sparprogramm die Ertragsseite stabilisieren. Und dann ist da noch die Dividende – künftig deutlich flexibler.

2025: Ergebnis trifft Prognose, Umsatz fällt

Die endgültigen Zahlen für 2025 bestätigen die Vorabdaten. Das bereinigte EBITDA landete bei 1,87 Mrd. Euro und damit im Rahmen der Zielgröße von rund 1,9 Mrd. Euro.

Der Haken: Der Umsatz ging um 7% auf 14,1 Mrd. Euro zurück. Immerhin verbesserte sich das Nettoergebnis dennoch auf 265 Mio. Euro (Vorjahr: 222 Mio. Euro). Beim Cashflow punktete Evonik ebenfalls: Die Cash-Conversion-Rate erreichte mit 37% das obere Ende der Zielspanne, getragen von einem freien Cashflow von 695 Mio. Euro.

In den Segmenten blieb die Lage angespannt. In „Advanced Technologies“ drückten niedrigere Verkaufspreise und Währungseffekte auf den Umsatz, in „Custom Solutions“ belasteten vor allem schwächere Volumina und ebenfalls Währungseffekte.

MetAMINO® und „Tailor Made“: Hebel für 2026

Kurz nach der Bilanzpressekonferenz legte Evonik operativ nach: Für MetAMINO® (DL-Methionin 99%, Futtermittelqualität) kündigte der Konzern eine Nettopreiserhöhung von 10% an – sofort und weltweit. Bestehende Verträge und Liefervereinbarungen bleiben laut Unternehmen unberührt. Die Botschaft dahinter ist klar: Wenn Volumenwachstum schwieriger wird, rückt die Marge stärker in den Fokus.

Flankiert wird das durch den Umbau „Evonik Tailor Made“. Nach Abschluss 2026 sollen jährlich rund 400 Mio. Euro eingespart werden, etwa 80% davon über Personalmaßnahmen. Geplant sind bis zu 2.000 Stellenstreichungen weltweit, davon rund 1.500 in Deutschland. Die seit April 2025 gestraffte Struktur mit zwei Segmenten soll zudem Entscheidungen beschleunigen.

2026: Umsatzprognose sinkt, Dividende wird variabler

Für 2026 hält Evonik an einer breiten EBITDA-Spanne von 1,7 bis 2,0 Mrd. Euro fest. Beim Umsatz wird der Ton vorsichtiger: Erwartet werden nun 13,5 bis 14,5 Mrd. Euro – also weniger als zuvor in Aussicht gestellt.

Ein weiterer Strategiewechsel betrifft die Ausschüttung: Künftig soll die Dividende zwischen 40 und 60% des bereinigten Konzernergebnisses liegen, erstmals angewendet auf das Geschäftsjahr 2026. Für 2025 will der Vorstand der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 als Übergang 1,00 Euro je Aktie vorschlagen (nach zuletzt 1,17 Euro).

Am Markt spiegelt sich die angespannte Lage weiterhin: Der Schlusskurs lag am Freitag bei 13,82 Euro, in den letzten 30 Tagen steht ein Minus von 7,25% zu Buche. Auffällig ist zudem der sehr niedrige RSI von 15,8, der die zuletzt starke Abwärtsdynamik unterstreicht.

Zum Fahrplan: Nach dem Jahresbericht Anfang März folgt am 8. Mai die Quartalsmitteilung für Q1 2026; am 3. Juni entscheidet die Hauptversammlung über die Dividende und bekommt die neue Ausschüttungslogik offiziell erläutert.

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Evonik Aktie

16,08 EUR

+ 0,80 EUR +5,24 %
KGV 44,47
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 6,36 %
Marktkapitalisierung 7,05 Mrd. EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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